Berlin - Für die Taxibranche sollte es ein großer Schluck aus der Pulle werden. Doch nach monatelangen Verhandlungen ist nun klar, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bestenfalls ein Schlückchen genehmigen will. Sie hat den Antrag der Taxiverbände, die Fahrpreise deutlich zu erhöhen, mit einem eigenen Tarifkonzept beantwortet – das nur geringe Steigerungen vorsieht. Die Innung des Taxigewerbes lehnt den Vorschlag ab, der Taxi Verband Berlin Brandenburg (TVB) zeigte sich skeptisch.

Seit 2009 sind die Taxitarife in Berlin stabil. Die knapp 3100 Taxi-Unternehmen in der Stadt müssen für die mehr als 7450 Taxis immer höhere Kosten tragen. Darum haben sie eine Preiserhöhung beantragt, die nach Berechnungen des vom Senat beauftragten Centers Nahverkehr Berlin die Gesamtumsätze im Durchschnitt um 12,1 Prozent erhöht hätte. Die Experten halten nur ein Plus von 5,8 Prozent für angemessen. So mies sei die Lage des Gewerbes nicht. Ihren Kalkulationen zufolge seien seit 2009 die Gewinne um 300 Euro pro Taxi gestiegen. Versicherungsbeiträge und Reparaturkosten seien gesunken.

Nur zwei Cent mehr

Nur der Wunsch, die Wartezeit von 25 auf 30 Euro pro Stunde zu verteuern, ging beim Senat glatt durch. Dagegen wurde der Wunsch, den Kurzstreckentarif von 4 auf 5 Euro anzuheben, abgelehnt. Auch die Forderung, bei bestellten Fahrten den Grundpreis von 3,20 auf 4 Euro zu erhöhen, wurde zurückgewiesen. Der Senat will dem Gewerbe aber zumindest etwas entgegenkommen: Künftig soll der Grundpreis generell 3,40 Euro betragen, hieß es.

Bei den Kilometertarifen will der Senat nur moderate Steigerungen erlauben. Heute werden für die ersten sieben Kilometer 1,65 Euro pro Kilometer fällig, danach 1,28 Euro. Die Branche forderte, dass künftig eine Tour bis zehn Kilometer Länge 1,84 Euro pro Kilometer und danach 1,43 Euro pro Kilometer kosten soll. Doch der Senat möchte nur einen Kilometersatz von 1,69 beziehungsweise 1,30 Euro genehmigen.

Ein mageres Ergebnis angesichts des großen Aufwands, sagte der TVB-Chef Detlef Freutel. Taxameter müssen umgestellt und neu geeicht werden, das kostet Geld. „Dabei war unser Antrag als Hilferuf gedacht, dass es uns Oberkante Unterlippe steht“ – den Taxibetreibern setze immer mehr die Schwarzarbeit zu. Doch die Behörden würden kaum etwas dagegen unternehmen.