Schon wieder so ein Film nach einem Buch, das als unverfilmbar galt. Scheinbar ist das die neueste sportliche Herausforderung unter Regisseuren, in dieser Frage den Gegenbeweis anzutreten. Im Fall von „Anleitung zum Unglücklichsein“ nahm Regisseurin Sherry Hormann („Die Wüstenblume“) das gleichnamige Sachbuch des österreichischen Psychologen Paul Watzlawick als Anregung für ihre Komödie.

Von der behauptet eine Stimme aus dem Off gleich am Anfang, dass es gar keine Komödie sei, aber davon darf man sich nicht irritieren lassen. Am Dienstagabend wurde im Kino in der Kulturbrauerei Premiere gefeiert, wofür ein beeindruckendes Ensemble kam. Johanna Wokalek in der Rolle der verträumten Tiffany Blechschmid (wer „Die fabelhafte Welt der Amelie“ mochte, wird sie lieben), Iris Berben als ihre tote Mutter, die der Tochter ständig in Tagträumen erscheint und Vorwürfe macht, David Kross als autistischer Karottenblumenschnitzer, außerdem Michael Gwisdek, Richy Müller, Benjamin Sadler, Katharina Marie Schubert und Margarita Broich. Sherry Hormann konnte aus dem Vollen schöpfen.

Das Märchenland ist ein Verein

In einem Punkt unterscheidet sich ihre Arbeit allerdings von vielen Filmen, die gegenwärtig die Kinohitparade dominieren: Sie lieferte keine Überlänge. Ihre „Anleitung zum Unglücklichsein“ ist nach knackigen 83 Minuten schon zu Ende. Beim Schreiben des Drehbuchs hat Sherry Hormann ab einem bestimmten Punkt an Johanna Wokalek gedacht: „Johanna hat genau diese Mischung von zerbrechlicher Schönheit und robuster Stärke.“

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Auch auf die Gefahr hin, dass ich Illusionen zerstöre: Das Märchenland ist ein eingetragener Verein und seine Geschäftsführerin heißt Silke Fischer. Damit der Laden läuft – die Berliner Märchentage kosten Geld, das ja erst mal aufgetrieben werden muss – schmiedet die Chefin Allianzen. Wobei Schmeicheleien hilfreich sein können.

Die eleganteste Form der Schmeichelei ist eine Auszeichnung. Die vom Märchenland e.V. heißt „Goldene Erbse“ und wurde am Dienstagabend im ZDF-Hauptstadtstudio im Zollernhof Unter den Linden nicht nur der griechischen Sängerin Vicky Leandros (Laudator: Schlagerfreund Klaus Wowereit) überreicht, sondern auch gleich drei solventen Firmenchefs: Hermann Bühlbecker (der macht in Lebkuchen und zieht jeden Morgen seine Spendierhosen an), Hans Georg Näder (von der Prothesen-Firma Otto Bock, die Kindern in Not in Haiti hilft) und Alfred Theodor Ritter (das ist der mit der Sport-Schokolade).