Härtetest für die Bruchfestigkeit der Glasscheiben im Sony-Center: Bei der Deutschlandpremiere der Verfilmung des ersten Romans der Fantasy-Trilogie „Die Tribute von Panem“ kreischten am Freitagabend etwa 1.500 Fans in ziemlich hohen Frequenzen.

Wer älter als 20 Jahre ist und noch nie etwas von der Buchtrilogie gehört hat, muss jetzt nicht gleich an seiner Bildung zweifeln. Alles eine Frage der Zielgruppe, die sich ja auch in Auszeichnungen ausdrückt. Für den ersten Teil der Fantasy-Romanreihe von Schriftstellerin Suzanne Collins gab es 2009 den „Buxtehuder Bullen“ für junge Literatur und 2010 den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Altersgruppe 14/15 Jahre. Weil die Bücher Bestseller wurden, interessierte sich bald Hollywood dafür.

Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence („Winter's Bone“) kam mit ihren Kollegen Josh Hutcherson („Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“), Liam Hemsworth („Mit Dir an meiner Seite“) und Elizabeth Banks („30 Rock“) von den Premieren in Paris und London nach Berlin. Der deutsche Regisseur Marco Kreuzpaintner („Krabat“) war da, weil er den Filmtrailer spannend fand. „Ich mag fantastische Geschichten.“ Er hat Parallelen zwischen dem Überlebenskampf in „Die Tribute von Panem“ und der heutigen Zeit entdeckt: „Das ist wie im Berufsleben.“ Film- und Fernsehfachkraft Oliver Kalkofe kennt die „Tribute von Panem“-Bücher nicht. Er wusste nur, dass es um Teenie-Gladiatorenkämpfe geht. Über den Film hatte er „viel überraschend Gutes gehört“. Als alter Lateiner weiß er natürlich, dass „Panem“ übersetzt „Brot“ heißt. „Klingt mehr nach einer Sozialstudie aus dem Bäckerhandwerk.“