Berlin - Die Bewohner des Hauses wehren sich gegen die geplante Modernisierung ihres Hauses, eines der letzten unsanierten Gründerzeitbauten im begehrten Gleimviertel nahe dem Mauerpark. Sie fürchten, verdrängt zu werden, weil die Miete nach der Modernisierung zu hoch für sie wäre. Seit vielen Monaten setzen sich Eigentümer und die verbliebenen Mieter auseinander, auch gerichtlich. Das Bezirksamt versucht zu vermitteln.

Jetzt hat es in dem Haus gebrannt. In der Nacht zu Sonntag, kurz nach vier Uhr, musste die Feuerwehr eine in Flammen aufgegangene Wohnungstür im Hinterhaus löschen. Die Polizei geht von einer vorsätzlichen Tat aus, das Brandkommissariat ermittelt. Verletzt wurde niemand, der Bewohner der betroffenen Wohnung war nicht zu Hause, als es brannte.

Die verbliebenen Bewohner des Hauses reagierten schockiert auf die Tat. „Wir spekulieren aber nicht“, sagte ein Mieter am Sonntag.

Ersatzwohnung in Zeuthen

Seit einigen Jahren erhalten die Bewohner immer wieder neue Modernisierungsankündigungen. Mietmanager versuchten, die Bewohner vom Auszug zu überzeugen, Sie boten Ersatzwohnungen an, etwa in Zeuthen. Die jüngste Modernisierungsankündigung bekamen die Bewohner im Februar 2012. Um 6,90 Euro pro Quadratmeter sollte die Miete steigen, was zum Teil eine Verdopplung bedeuten würde. Selbst die Kosten für den Ausbau des Dachgeschosses hatte der Eigentümer auf die Mieterhöhungen der Bewohner angerechnet. Das war nicht rechtens. Eine Mieterberaterin sagte, so etwas Dreistes habe sie noch nicht erlebt.

Die letzten Mieter des Hauses, die meisten wohnen im Hinterhaus, machten ihren Fall öffentlich, die Bezirksverordneten suchten nach einer Lösung. Das Bezirksamt konnte sich mit dem Eigentümer auf eine sozialverträgliche Sanierung einigen. Es gibt einen Vertrag. So soll sicher sein, dass die Bewohner nach der Modernisierung in ihre Wohnungen zurückkehren können, die Miete soll bezahlbar sein. Die letzten bleiben jedoch skeptisch. „Wir kennen den Vertrag nicht“, sagt ein Bewohner. „Unsere Skepsis ist sehr groß, dass wir nach der Modernisierung nicht in unsere Wohnungen zurückkehren können.“