Es ist ein Schlag in Gesicht für viele Rockfans in der Hauptstadt und ein weiteres Beispiel für die Auswüchse der Gentrifizierung: Der Bassy Club an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg wird zum Sommer schließen müssen.

Das bestätigte der Clubbetreiber der Berliner Zeitung. Ein genauer Termin stehe noch nicht fest.

Die Gründe sind unterschiedlich: Die Räume seien für das Publikum zu groß. Die Miete war im Januar stark erhöht worden. „Seit zwei bis drei Jahren ist es ein Zuschussgeschäft. Wir müssten kommerziell werden und das wollen wir nicht“, so Betreiber Tammi Torpedo. Das Bassy soll an anderer Stelle wiedereröffnen. „Der Prenzlauer Berg ist tot, das Publikum kann sich die Mieten nicht mehr leisten. Unsere Stammgäste sind nicht mehr da.“ Diejenigen, die noch kommen, sind nach seiner Aussage außerdem älter geworden. Ein großes Hindernis sei auch die Bürokratie gewesen. "Die Stadt hat es uns nicht leicht gemacht."

Der Club war mit kurzer Unterbrechung immer an der Schönhauser Allee. Die Räume sollen saniert und  in den anliegenden Gebäudekomplex „Pfefferberg“ eingegliedert werden.

"Werden uns dem Verlangen des Marktes nicht beugen"

Der Betreiber Tammi Torpedo sagte betrübt: „So wie es im Moment aussieht werden wir demnächst, als die letzten aus der alten Garde, mit Pauken und Trompeten verschwinden. Um irgendwann gereinigt aus der Asche wieder neu zu erstehen. Unser Kulturauftrag ist vorerst erfüllt. Wir werden uns dem Verlangen des Marktes nicht beugen. Egal in welcher Hinsicht.“

Etliche Bands wie The Boss Hoss hatten im Bassy Club ihren Durchbruch erlebt.

Der Berliner Zeitung sagte Torpedo am Nachmittag: "Ich bin tottraurig und wünsche mir, dass bis zur Schließung jeder kommt. Ich will nicht, dass wir mit so vielen Schulden den Club aufgeben." Torpedo ist bereits 50 und wünscht sich, dass eine neue Generation das neue Bassy weiterführt." 

Auch andere Clubs sind bedroht

Auf die Schließung reagieren viele traurig: „Das White Trash ist weg, das Bassy zieht weg: Diese Ecke von Prenzlauer Berg löst sich langsam auf“ sagt Lutz Leichsenring von der Clubcommission.

„Wenn uns Orte wie das Bassy oder der Privatclub wegsterben, haben wir irgendwann gar keine Bühnen, auf denen kleine Bands auftreten und sich ausprobieren können“, so Katja Lucker vom Förderprogramm Musicboard

„Das Jahr fängt traurig an für uns: Der Privatclub ist bedroht, das Bassy wird gehen. Auch zwei andere, die noch nicht namentlich erwähnt werden wollen, sind bedroht“, so Lucker weiter.