Es ist  Frühjahrsputzzeit für Ernst Thälmann. Sein monumentales Denkmal an der Greifswalder Straße wird von Graffiti und Vogelscheiße befreit, sauber soll er aussehen, wenn er an diesem Wochenende Geburtstag hat. 

Vor 30 Jahren, zum  100. Geburtstag des Kommunistenführers, wurde das Denkmal aufgestellt. Erich Honecker hielt vor 100 000 Berlinern eine Rede, dieses Denkmal, sagte er, werde  davon künden, dass „die Thälmannsche Garde unser Volk in die sozialistische Gegenwart und in die kommunistische Zukunft führt.“

Naja, daraus wurde dann bekanntlich nichts. Aber Thälmann blickt noch immer siegessicher in die Zukunft und reckt kämpferisch seine  Faust. Und seit zwei Jahren  steht der ganze Wohnpark, der seinen Namen trägt,  mit Wohnhäusern, Sportanlagen, Gaststätten und Kultureinrichtungen wie der Wabe und dem Theater unterm Dach   unter Denkmalschutz. Der Thälmannpark mit seinen originellen Plattenbauten steht exemplarisch für die Wohnbedingungen in einer sozialistischen Mustersiedlung der späten DDR.

Ein paar Häuser sind seit der Wende dazugekommen, mit vielen  Luxuswohnungen,  über ein paar weitere, die  am S-Bahn-Ring gebaut werden sollen, wird heftig diskutiert. Eine Bürgerinitiative hat sich vor vier Jahren gegründet und mischt sich ein, wenn es um die Zukunft ihres Parks geht,  die Parkplätze der Anwohner und ihre Sorgen, ob Wohnen in dieser Anlage mitten in Prenzlauer Berg bezahlbar bleibt. Ab Freitag wird das Jubiläum gefeiert.

Das Programm zu "30 Jahre Kultur im Thälmannpark" gibt es hier: www.berlin.de/kunst-und-kultur-pankow