Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will am 11. Dezember zurücktreten. Das hat er am heutigen Dienstag in einer Pressekonferenz bekanntgegeben.

Nachfolger von Wowereit soll nach Berichten von „Bild“-Zeitung und „B.Z.“ der Berliner SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß werden. Er soll noch am späten Nachmittag als Nachfolger präsentiert werden. Die SPD reagierte völlig überrascht. Im geschäftsführenden Landesvorstand am Montagabend habe es keine Hinweise auf eine solche Entwicklung gegeben, hieß es aus Teilnehmerkreisen.

Als aussichtsreicher Nachfolger wird der Berliner SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß gehandelt. Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh, Stadtentwicklungssenator Michael Müller, Arbeitssenatorin Dilek Kolat sowie der parteilose Finanzsenator Ulrich Nußbaum sind im Gespräch.

Wowereit wurde im Juni 2001 zum ersten Mal zum Regierenden Bürgermeister der Hauptstadt gewählt. Zwei Wahlperioden führte er ein Bündnis mit der Linken. Zuletzt war die Beliebtheit von Wowereit in der Bevölkerung rapide gesunken: In einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Berliner Zeitung landete der SPD-Politiker auf dem letzten Platz.

Er gilt seit längerem als angeschlagen. Besonders das Desaster um den Bau des neuen Flughafens hatte am Ansehen des Regierungschefs gekratzt. Mehrfach wurde die Eröffnung verschoben, ein neuer Termin ist nicht in Sicht.

Für Wowereit, der auch Aufsichtsratschef der staatlichen Flughafengesellschaft ist, war das Projekt eines seiner wichtigsten. Zuletzt hatte sich der SPD-Politiker für eine Olympia-Bewerbung der Hauptstadt stark gemacht.

Nach dpa-Informationen aus Parteikreisen beraten ab 15 Uhr die Führungsgremien der Berliner SPD. (dpa)