Berlin - Die Eskalation im Nahen Osten hat am Sonntag auch in Berlin Hunderte Menschen auf die Straße getrieben. Bei einer Solidaritäts-Kundgebung für Israel zählte die Polizei in Charlottenburg etwa 250 Teilnehmer. Zu einem israel-kritischen Protestmarsch in Kreuzberg kamen sogar etwa 700 Demonstranten, darunter zahlreiche Palästinenser und verschiedene linke Gruppierungen.

Auf der Pro-Israel-Kundgebung warben zahlreiche Redner um Verständnis für das Vorgehen der israelischen Regierung, darunter auch der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer. Er beklagte den „Raketen-Terror“ der radikal-islamischen Hamas und forderte: „Die Weltöffentlichkeit muss endlich aufhören, Israel das legitime Recht auf Selbstverteidigung abzusprechen.“

Das hatte am Vorabend auch Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker eingefordert. „Jeder Staat hat ein Recht, eine Pflicht, sich davor zu schützen und darauf zu reagieren“, sagte von Weizsäcker am Samstag bei einer Preisverleihung im Jüdischen Museum in Berlin. Israel könne solche weiteren Bedrohungen nicht hinnehmen, sagte Weizsäcker mit Blick auf die Raketen der radikalislamischen Hamas auf Israel. Im Gegenzug bombardiert Israel seit Mittwoch pausenlos Ziele im Gazastreifen.

Bei der Demonstration in Kreuzberg, wo zahlreiche palästinensische Fahnen zu sehen waren, gab es hingegen deutliche Kritik an den israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen. Auf verschiedenen Transparenten wurde „Freiheit und Frieden für Gaza“ gefordert und Israel als der eigentliche Terrorist bezeichnet. Am Ende des Zuges war sogar ein kleines Plakat zu sehen mit der Aufschrift „Juden gegen den Krieg in Gaza“.(dpa)