Professoren legen auf: Mein Prof ist ein DJ

Berlin - Der Terminkalender von Professor Günter Ziegler ist voll mit typischen Professoren-Einträgen: Prüfungen, Vorlesungen, Konferenzen. Und dann ist da noch ein Termin, der so gar nicht zum Rest passen will. Am Donnerstag legt der 48-jährige Mathematikprofessor von der FU als DJ auf. Er ist einer von acht Hochschullehrern, die bei der „1. Professorennacht Berlin“ am Plattenteller stehen. Unter dem Motto „Mein Prof ist ein DJ“ tauschen Ziegler und Kollegen einen Abend lang Redner- gegen DJ-Pult.

In Berlin findet die Professorennacht zum ersten Mal statt, Premiere war 2007 in Tübingen. Veranstalter Gunnar Larsson war noch Student und wollte neben der Uni weiter Partys organisieren. In seiner Heimat Berlin hatte er schon für den Sophienclub, das Oxymoron und den Magnet-Club gearbeitet. In Tübingen wollte er Studentenpartys machen, die mehr boten als die klassische Erstsemester-Feier, die sogenannten Erstis.

Die Profs legen nicht nur auf, sie treten gegeneinander an

Mehr im Spaß fragte er mal bei einem Professor nach, kurz danach stand der Hochschullehrer tatsächlich am Plattenteller. Inzwischen kommen in Tübingen jedes Jahr 2000 Besucher, auch Marusha und Westbam waren schon zu Gast. Zu hören sind häufig Hits aus den 70er- und 80er-Jahren, der Zeit, als die Professoren jung waren.

Mittlerweile hat Larsson die Nacht nach Halle und Jena exportiert. Weil er inzwischen Doktorand ist und wieder in Berlin lebt, will er die Partyreihe nun auch hier etablieren. Dass das Konzept aus der übersichtlichen Studentenstadt Tübingen auf Berlin übertragbar ist, kann er jedoch allenfalls hoffen.

Das Konzept jedenfalls hat Stimmungspotenzial, denn die Profs treten gegeneinander an. Jeder spielt eine Viertelstunde lang selbst ausgewählte Songs – ein Schallpegelmesser bestimmt, wer am lautesten bejubelt wird. In Tübingen sind Dozenten dabei schon an ihre Grenzen gegangen. „Eine Anglistik-Professorin ist in Stöckelschuhen aufs DJ-Pult geklettert und hat von oben die Menge angeheizt“, erzählt der 29-jährige Veranstalter.

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