Berlin - Bei der heftigen Explosion eines großen Feuerwerkskörpers sind am Kurfürstendamm in Berlin zahlreiche Fensterscheiben zerstört worden. Die Polizei ging am Donnerstag von Vandalismus aus. Ein politischer Hintergrund wurde ausgeschlossen. Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich um eine Kugelbombe, wie sie Pyrotechniker beim Höhenfeuerwerk einsetzen. Verletzt wurde niemand.

Die Explosion ereignete sich in der Nacht zu Donnerstag gegen 0.55 Uhr auf dem Mittelstreifen des Kurfürstendamms nahe der Schaubühne am Lehniner Platz. Die Straße wurde für einige Stunden gesperrt.

Auf beiden Seiten des breiten Ku'damms gingen Fensterscheiben in Geschäfts- und Bürohäusern zu Bruch. Die Zerstörungen reichten bis in die vierten Stockwerke. Von dem Feuerwerkskörper wurden nur Reste gefunden, die von den Experten der Polizei untersucht werden.

Die Polizei bestätigte Medienberichte, wonach es sich um eine sogenannte Kugelbombe gehandelt haben soll. Der große, runde Feuerwerkskörper wird normalerweise hoch in die Luft geschossen, wo er explodiert und leuchtende oder glitzernde Effekte in alle Richtungen verstreut.

Es gebe Sternbomben mit sichtbaren Effekten wie Goldfäden, aber auch Salutbomben, die einen großen Knall verursachten, erläuterte der Vorsitzende des Bundesverbandes für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk, Dirk Abolins.

Kugelbomben dürfen nur von ausgebildeten Pyrotechnikern verwendet werden. Ansonsten ist der Verkauf und Einsatz verboten und fällt unter den Tatbestand des Herbeiführens einer Explosion, der schwer bestraft werden kann. Im Internet kursieren aber Videofilme, die illegal gezündete Kugelbombe zeigen.

«Normalerweise explodieren die Bomben in einer Höhe von bis zu 200 Metern», sagte der Pyrotechniker Abolins. Die Druckwelle könne hundert Meter weit spürbar sein. «Grundsätzlich hängt die Sprengkraft vom Durchmesser des Feuerwerkskörpers ab».

Die Ermittlungen übernahm zunächst der für politische Taten zuständige Staatsschutz, obwohl ein derartiges Motiv nicht erkennbar war. Das ist aber bei solchen Explosionen üblich. Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen. (dpa/bb)