Kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht – nun steht schon die „Silberhochzeit“ an: 25 Jahre sind seit der Wiedervereinigung Deutschlands vergangen. Das Jubiläum soll groß begangen werden. Obgleich die zentralen Festivitäten dieses Jahr in Frankfurt am Main stattfinden, wird auch in der Hauptstadt ordentlich gefeiert. Eine 75-minütige Veranstaltung mit Bundestagspräsident Norbert Lammert ist am Samstag ab 19 Uhr vor dem Reichstag geplant. Mit dabei sind unter anderen Pop-Musiker Peter Fox, die Tanzgruppe Flying Steps und Poetry-Slam-Künstlerin Julia Engelmann.

Gleich drei Tage feiern können Berliner und Gäste auch rund ums Brandenburger Tor bei einem kostenlosen Volksfest. Von Freitag bis Sonntag erwartet sie neben einem Riesenrad mit Ausblick über den Tiergarten und weiteren Attraktionen vor allem musikalische Vielfalt.

Künstler wie Lena, Jupiter Jones, Felix Jaehn oder die Band Revolverheld stellen neben weiteren Künstlern das Bühnenprogramm. Dieses wird freitags noch von Charts, Oldies und Klassik dominiert. Der Sonntag soll dann mit deutschem Schlager ausklingen. Doch das Hauptaugenmerk liegt – selbstverständlich auch musikalisch – auf dem Tag der Deutschen Einheit selbst, dem 3. Oktober. Das zehnstündige „Festival der Einheit“ am Samstag bildet somit den Mittelpunkt des Volksfestes.

Für diesen Tag hat sich insbesondere eine Vielzahl junger Kreativer angekündigt. Als Deutschland noch geteilt war, waren viele von ihnen noch nicht einmal geboren. So wie Lena Meyer-Landrut, die 2010 für Deutschland den Sieg beim Eurovision Song Contest einfuhr. „Ich bin froh, dass ich dieses Land immer nur vereint erlebt habe“, sagt die 24-Jährige, die am Samstag ab kurz nach acht Uhr auf der Bühne am Brandenburger Tor stehen soll.

„Ich glaube, es wird eine ganz besondere Stimmung in der Luft liegen“, so die Sängerin. Ähnliche Erwartungen hat auch Nevio Passaro, der beim „Festival der Einheit“ ab 16 Uhr singen soll. „Es freut und bewegt mich, am 25. Jahrestag der Deutschen Einheit spielen zu dürfen“, sagte er der Berliner Zeitung. „Für mich ist es etwas ganz Besonderes, vor so einer historischen Kulisse zu spielen“, so Passaro. „Es ist der perfekte Ort aber auch der perfekte Zeitpunkt“, sagt der 35-jährige Deutsch-Italiener, der mit „Amore per Sempre“ im Jahr 2007 auf Platz zwei der Singlecharts war. Nach drei italienischen Alben soll nun ein deutsches folgen. „Das wird passender Weise ,Nordsüdlich von hier‘ heißen“, sagt Passaro. Zum Einheitsfest will der gebürtige Bayer erstmals einige seiner neuen, deutschsprachigen Stücke spielen.

Johannes Strate, der als Frontsänger der Band Revolverheld auf der Bühne auf dem Platz des 18. März stehen wird, hat seine persönliche Sicht auf die vergangenen 25 Jahre: „Die Wiedervereinigung steht für mich dafür, dass am Ende die Menschlichkeit gewonnen hat. Der Drang der Deutschen, wieder vereint zu sein, war so groß, dass sich letztendlich die Politik nicht mehr dagegenstellen konnte.“

Gemeinsame Momente

Persönliche wie gemeinschaftliche Momente der vergangenen 25 Jahre werden am Samstag zwischen den jeweiligen Musiker-Auftritten präsentiert. Es sind Momente aus Sport, Kultur und Politik – von der Verhüllung des Reichstags über diverse Weltmeistertitel bis hin zur Oderflut oder der Wahl des ersten deutschen Papstes seit langem.

Unabhängig von dem Bühnenprogramm erwartet die Besucher ordentlich Rummel sowie Informationen rund um die Straße des 17. Juni. Neben dem Riesenrad gibt es ein DDR-Museum, den Info-Truck des Deutschen Bundestages sowie Fotostationen, an denen Passanten Erlebnisbilder machen und diese später mit nach Hause nehmen können.