Doris Wegener alias "Manuela"

"Schuld war nur der Bossa Nova" - diese Zeile machte die gebürtige Berlinerin Inge Wegener alias "Manuela" über Nacht berühmt. Sie wurde im August 1943 in Wedding geboren und wuchs gemeinsam mit vier Geschwistern in bescheidenen Verhältnissen in der Thurneysserstraße 3A in Gesundbrunnen auf.

Im Jahr 1963 wandelte sich die damals 20-jährige Wegener von einer Fabrikarbeiterin zum Idol für deutsche Teenager. Zu dieser Zeit arbeitete sie als Löterin am Fließband einer Berliner Elektrofabrik. Nebenbei sang Wegener aus reiner Passion in der Weddinger Kneipe "Ufer-Eck" Schlager, wie auf dem Cover ihrer ersten LP zu lesen ist. In dieser Kneipe entdeckte sie dann auch der Musikmanager Peter Meisel und aus Doris Wegener wurde "Manuela".

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David Bowie und Iggy Pop

Nicht nur Schlager, auch international erfolgreiche Rock- und Pop-Musik entstand in Berlin. Eines der berühmtesten und bewegendsten Stücke aus und über Berlin ist wohl "Heroes" von David Bowie. Der Song erschien im Jahr 1977 und beschreibt die Beziehung eines Liebespaares im Schatten der Berliner Mauer. Tatsächlich produzierten David Bowie und der britische Musikproduzent Brian Eno diesen Titel nur wenige hundert Meter von der Mauer entfernt - im "Hansa-Tonstudio 2" in Berlin-Kreuzberg.

Der gebürtige Londoner David Bowie lebte von 1976 bis 1978 in Berlin-Schöneberg. Die heute berühmte Altbauwohnung in der Hauptstraße 155 zählte sieben Zimmer. Während seiner Zeit in Berlin schuf Bowie einige seiner größten Werke, darunter das Album "Low". Es war das erste Album der sogenannten Berliner Trilogie: "Low" (1977), "Heroes" (1977) und "Lodger" (1979).

Seine Wohnung in der Schöneberger Hauptstraße teilte sich David Bowie eine Zeit lang mit seinem Musiker-Freund Iggy Pop, dem "Godfather of Punk". Den damals heroinsüchtigen US-Amerikaner hatte es auch nach Berlin verschlagen und gemeinsam besuchten sie oft den Berliner Club "Dschungel". Vorübergehend zog er bei Bowie ein und wohnte später in einer eigenen Wohnung in einem Hinterhaus der Hauptstraße 155.

Iggy Pop schaffte in dieser Zeit mit Alben wie "The Idiot" und "Lust for Life" seinen Durchbruch. Beide produzierte Bowie. Auch Pops berühmtester Song "The Passenger" entstand in diesen Jahren.

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Claire Waldoff

Eine weitere Künstlerin, die in Berlin ihren Durchbruch geschafft hat, war die charmante Clara Wortmann alias "Claire Waldoff". Waldoff war eine Berliner Vortragskünstlerin, Kabarettistin und Schauspielerin. Berühmt wurde sie durch ihre gesungenen Chansons im Berliner Dialekt. Zum Beispiel durch "Wat braucht der Berliner um glücklich zu sein".

Claire Waldoff wurde 1884 in Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen geboren. Im Alter von 22 Jahren kam sie für kleinere Auftritte nach Berlin. 1917 lernte sie hier ihre Lebensgefährtin Olga von Roeder kennen. Das Paar wurde zum Mittelpunkt des lesbischen Berliner Nachtlebens. 1919 verschlug es Waldoff wie Hildegard Knef, Marlene Dietrich, David Bowie und Iggy Pop nach Berlin-Schöneberg. Dort lebte sie bis 1933 in der Regensburger Straße 33.

Den Höhepunkt ihrer Karriere erreichte Waldoff in der Mitte ihrer Zwanzigerjahre. Mit ihren Gassenhauern und Schlagern im Berliner Jargon tourte die Kabarettistin durch Deutschland und trat in den größten Varietés Berlins auf. Sie stand sogar mit der damals noch unbekannten Marlene Dietrich auf der Bühne. Claire Waldoff starb im Alter von 72 Jahren in Bayern. Sechs Jahre später verstarb auch ihre Partnerin Olga von Roeder.

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Erich Kästner

Wer kennt sie nicht, die berühmten Kinderbücher "Emil und die Detektive" (1929), "Pünktchen und Anton" (1931) oder "Das fliegende Klassenzimmer" (1933). Alle drei entstanden in Erich Kästners produktivsten Zeit, die er - wie soll es auch anders sein - in Berlin verbracht hat.

Erich Kästner war Schriftsteller, Journalist und Kinderbuchautor. Er wurde 1899 in Dresden geboren und zog 1927 nach Berlin in die Prager Straße 17 in Wilmersdorf. Heute wäre die Hausnummer 17 in etwa auf Höhe der Hausnummer 12. In seinem Kinderbuch "Emil und die Detektive" beschreibt der Autor seine Wohngegend am Prager Platz.

In Wilmersdorf blieb Kästner bis 1929, danach zog er nach Charlottenburg in die Roscherstraße 16. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde der Autor aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen und seine Werke wurden verbrannt. In Berlin blieb Kästner trotzdem noch bis nach dem Krieg. 1945 zog er nach München, wo er 29 Jahre später verstarb.