Wie in Zeitlupe löffelt die junge Frau ihre Gemüsesuppe. Ganz langsam führt sie den Löffel zu ihrem Mund und wieder zurück zum Teller, der Blick geht ins Leere. Zerbrechlich und zart wirkt sie, wie sie da zusammengesunken in dem hellen Ledersessel sitzt, die Arme kaum dicker als die Handgelenke. Morgen hat Marie* Geburtstag. Heute muss sie noch ein bisschen Geld verdienen. Als sie aufsteht, schwankt sie und muss sich kurz an der Lehne des Sessels festhalten. Dann greift Marie ihre schwere Tasche, hängt sie über ihre Schulter und öffnet die Tür zum Strich der Kurfürstenstraße, wo sie auf ihren nächsten Freier warten wird. Marie ist Prostituierte. Und heroinabhängig.

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