Berlin - Mehrere Dutzend Menschen haben am Samstag in Köpenick gegen einen Landesparteitag der NPD protestiert. Sie versammelten sich friedlich auf dem Mandrellaplatz, in dessen Nähe sich die Bundeszentrale der rechtsextremen Partei befindet. Dort sollte der Landesparteitag stattfinden. Zu den Protesten hatten mehrere linke Gruppen aufgerufen, darunter die Kampagne "Zusammen handeln!" Auf Plakaten stand "No NPD", "Weg mit der NPD-Bundeszentrale aus Köpenick" sowie "Kein Bock auf Nazis - Gemeinsam etwas bewegen". Zudem wurden Unterschriften für ein NPD-Verbot gesammelt.

Pfiffe und "Nazis raus"-Rufe

Augenzeugenberichten zufolge versammelten sich rund 30 Rechtsextreme in der NPD-Zentrale. Auf einem Banner am Gebäude war zu lesen "Raus aus dem Euro". Die Polizei hatte die Straße vor dem Gebäude abgesperrt, um ein Zusammentreffen von Rechtsextremen und Gegendemonstranten zu verhindern. Zwischenfälle gab es nach den Worten eines Polizeisprechers nicht. Das Eintreffen der NPD-Mitglieder war von Pfiffen und "Nazis raus"-Rufen begleitet worden.

Auf dem Parteitag der Rechtsextremen sollte über die Führung der Landes-NPD abgestimmt werden. Es gibt eine Kampfkandidatur von Sebastian Schmidtke gegen den bisherigen Vorsitzenden Uwe Meenen. "Wir haben in Berlin leider ein Mobilisierungsproblem sowie ein momentanes Aktivierungsproblem unserer Mitgliede", beschrieb Schmidtke in der NPD-Zeitung "Deutsche Stimme", warum er für den Vorsitz kandidiert.

Die Kandidatur Schmidtkes unterstreiche "das seit Jahren bestehende enge Verhältnis der Berliner NPD mit den aktionsorientierten gewaltbereiten AN"(Autonome Nationalisten), kommentierte der Verfassungsschutz. Beobachter gehen im Falle eines Sieges von Schmidtke von einem größeren Einfluss radikaler Kräfte auf die Partei aus. (dapd)