Protest gegen Rechts: Neun Festnahmen bei Demo gegen Pro Deutschland

Bei Protesten gegen eine Demonstration der rechtspopulistischen Partei Pro Deutschland am Brandenburger Tor sind am Dienstag in Berlin neun Menschen festgenommen worden. Zu den Protesten hatten die Berliner Landesverbände der Grünen, der Linkspartei und der Piraten aufgerufen.

Die Kundgebung der Rechtspopulisten richtete sich gegen Asylmissbrauch. Den wirft Pro Deutschland auch den Flüchtlingen vor, die seit Wochen am Brandenburger Tor und am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg ausharren und bessere Bedingungen für Asylsuchende fordern.

Den rund 250 Gegendemonstranten stand etwa ein Dutzend Pro-Deutschland-Anhänger gegenüber. Sprechchöre wie „Nazis raus“ und „Hoch die internationale Solidarität“ übertönten die Worte der Pro-Deutschland-Redner.

Den Festgenommenen aus dem Lager der Gegendemonstranten wurde nach Worten einer Polizeisprecherin Vermummung, Landfriedensbruch, versuchte Körperverletzung und versuchte Gefangenenbefreiung vorgeworfen. Etwa 80 Demonstranten hatten nach Augenzeugenberichten versucht, einen Festgenommenen aus einem Polizei-Auto zu befreien.

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Der Mann hatte nach Angaben des Polizeilagedienstes zuvor versucht, den Versammlungsleiter von Pro Deutschland zu attackieren. Eine Polizeibeamtin sei bei den Auseinandersetzungen leicht verletzt worden. Sie habe ihren Dienst fortsetzen können.
Unterdessen haben die seit Wochen am Brandenburger Tor demonstrierenden Flüchtlinge einen Gesprächstermin mit Bundestagsabgeordneten erhalten. Am 22. November treffen sie Mitglieder des Innenausschusses des Bundestages. Die Bundesintegrationsbeauftragte hatte den Flüchtlingen bei einem kürzlichen Gespräch ein solches Treffen zugesichert. (dpa)