Berlin - Die Chefin der Jungen Union, Katrin Albsteiger, und mehrere andere Mitglieder der Organisation stellten in Mittenwald im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen einen großen aufblasbaren Schuldenberg auf dem Parkplatz der Kranzberg-Sesselliftbahn auf – mit der Aufschrift „Wowis Schuldenberg – Bayern begrüßt den Schuldenkönig“. Albsteiger droht nun wegen der nicht angemeldeten Protestkundgebung gegen die Berliner Finanzpolitik ein Bußgeld.

Wowereit wollte in Mittenwald, zwischen dem Karwendel- und dem Wettersteingebirge, für die bayerischen Genossen wandern gehen. Anders als bei manch anderer Politiker-Wanderung war kein reiner Seilbahn-Ausflug geplant – die Sozialdemokraten wollen als Wahl-Werbung mehrere hundert Höhenmeter zu Fuß absolvieren.

Zum kleinen Gipfel

Bei der Protestkundgebung erschien die Polizei und nahm die Personalien Albsteigers und der anderen JU-Mitglieder auf, weil es sich bei der nicht angemeldeten Aktion um eine Ordnungswidrigkeit handelt. Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) distanzierte sich von der Aktion des Parteinachwuchses. Der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold spottete: „Ich bin entsetzt über die Staatspartei, dass sie sich so anarchistisch verhält.“ Wowereit selbst ignorierte das „Fass ohne Boden“, das ihm Albsteiger überreichen wollte. Stattdessen verwies er darauf, dass Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU)dem Länderfinanzausgleich in seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter „frohen Herzens“ zugestimmt habe.

Mit der Wanderung tritt Wowereit in die Fußstapfen seines Hamburger Amtskollegen Olaf Scholz, der im vergangenen Jahr für die Bayern-SPD auch Bergstiefel anzog. Mit 1 390 Metern Gipfelhöhe ist der Hohe Kranzberg in Mittenwald allerdings kaum eine alpinistische Herausforderung.(dpa)