Kaputte Reifen, alte Fahrradgestelle, rostige Ketten: Vor der Zentrale des Lieferanten Deliveroo in der Schlesischen Straße in Kreuzberg liegt ein großer Haufen Schrott. Hingeworfen von Kurierfahrern, symbolisch für die verschlissenen Fahrradteile, die sie auf eigene Kosten ersetzen mussten.

Rund 70 Fahrradkuriere sind am Mittwoch zu einer Protestkundgebung zusammengekommen. Im Anschluss fuhren sie gemeinsam durch die Stadt, um für eine komplette Übernahme der Kosten ihrer Arbeitsmittel und für eine bessere Bezahlung zu demonstrieren.

Georgia Palmer war eine von ihnen. Die 24-Jährige liefert Essen für Foodora aus. Sie habe schon eine beachtliche Summe in Reparaturen investiert, sagt sie. „Viele Fahrer geben dafür mehr als zehn Prozent ihres Lohns aus.“ Auch für wetterfeste Kleidung, für Smartphones und Handyverträge, die sie brauchen, müssten die Fahrer selbst aufkommen.

Allein in Berlin gibt es etwa 500 Kuriere

„Bei Foodora erhalten wir zwar eine Regenjacke. Die ist aber schnell durchgeweicht, so dass sich viele selbst gute Jacken kaufen.“ Die Foodora-Fahrer fordern eine Lohnsteigerung von neun auf zehn Euro pro Stunde und eine garantierte Anzahl an Schichten pro Monat. Sie dürfe als Minijobberin 450 Euro verdienen, komme aber kaum auf diese Summe, sagt Palmer. 

Allein in Berlin gibt es etwa 500 Kuriere. Während alle Foodora-Fahrer über einen Arbeitsvertrag verfügen, arbeitet Deliveroo auch mit Fahrern auf Honorarbasis. Ein Foodora-Sprecher erklärte am Mittwoch, eine anteilige Kostenübernahme von Betriebsmitteln wie Fahrrad oder Mobiltelefon werde geprüft. Bei der Schichtplanung solle es Verbesserungen geben.

Der Schrott vor der Deliveroo-Zentrale blieb nicht liegen. Den nahmen die Fahrer wieder mit. Sie wollten keinen Müll hinterlassen.