Proteste an der East Side Gallery: Diesmal ohne Mauerfan Hasselhoff

Berlin - Das Bündnis „East Side Gallery retten“ startet einen neuen Versuch, um den Teilabriss der denkmalgeschützten Mauer zu verhindern. Am Sonntag soll es wieder einen Spaziergang entlang des 1,3 Kilometer langen Betonwalls an der Mühlenstraße in Friedrichshain geben, teilte Initiator Sascha Disselkamp am Dienstag mit. Hinter der von Künstlern bemalten Mauer sollen am Spreeufer ein Hochhaus mit Luxuswohnungen sowie ein Gebäuderiegel mit Wohnungen und Hotel entstehen, wofür weitere Löcher in der East Side Gallery nötig sind.

Nachdem sich bei der ersten Demo vor vier Wochen noch US-Schauspieler und Sänger David Hasselhoff unter die Tausenden Protestler gemischt hatte, muss der Zug diesmal wohl ohne Prominenz auskommen. Von den angefragten Künstlern habe bislang lediglich Udo Lindenberg „solidarische Grüße“ geschickt, so Disselkamp. Die Demo soll gegen 13.30 Uhr beginnen, nach einer Podiumsdiskussion im Kulturprojekt Yaam.

Der Vorstoß des Hochhaus-Investors, mit einer Stiftung den Mauerabschnitt auf seinem Grundstück zu erhalten, ist von der Künstlerinitiative East Side Gallery zurückgewiesen worden. Man wolle keine Privatisierung der Mauer, sondern deren Einbeziehung in die Stiftung Berliner Mauer, sagt Kani Alavi vom Vorstand des Vereins. Der umstrittene Hochhaus-Investor Maik Uwe Hinkel ließ indes mitteilen, er lasse derzeit ein Gutachten erstellen. Dieses soll klären, wie sehr sein Bauprojekt umgeplant werden muss, wenn es nur einen statt zweier Mauerdurchbrüche zur Erschließung der beiden Baugrundstücke gibt.