Proteste: Erste Demo für Erhalt des Airports Tegel

Berlin - Sie und andere Tegel-Freunde wollen am Sonntag ab 15.30 Uhr in der Haupthalle gegen die Schließung protestieren. Ihr Trauermarsch ist die erste größere Demonstration pro Tegel.

Angela Koob hat die Protestaktion organisiert. Sie verkauft im Flughafen Souvenirs – noch. Denn auch dieses Geschäft muss notgedrungen schließen: „Ich bekam die Kündigung, wie viele andere auch.“ Beispiele: Wenn sich der Schutz- und Wachdienst aus Tegel zurückzieht, gehen rund 300 Arbeitsplätze verloren, weitere 250 fallen mit dem Konferenzzentrum weg. Auch Burger King zieht nicht zum Flughafen BER – die 25 Stellen in Tegel gibt es dann nicht mehr. Der Toilettenservice hat ebenfalls keinen neuen Vertrag erhalten. Damit ist auch für die älteren Frauen Schluss, die sich um die Anlagen kümmern und ihre Rente aufbessern. „Andere, die nach Schönefeld ziehen, arbeiten dort zu schlechteren Bedingungen“, sagt Koob. „Eine Lohndumpingspirale.“

Das Aktionsbündnis be-4-tempelhof unterstützt die Demo. Es hat schon gegen die 2008 vollzogene Stilllegung des anderen innerstädtischen Flughafens protestiert. Sprecher Wolfgang Przewieslik kritisiert den Senat: „Tempelhof geschlossen, Tegel geschlossen, der neue Flughafen mit einer zweifelhaften Leistungsfähigkeit, Berlin ohne eigenen Flughafen – Chapeau!“