Berlin - Ein gutes Dutzend Aktivisten hat am frühen Freitagnachmittag den zukünftigen Google-Campus in Berlin-Kreuzberg besetzt. Um 15.20 Uhr löste die Polizei die angemeldete Kundgebung vor dem Umspannwerk, zu der sich etwa hundert Menschen versammelt hatten, auf und räumte das Gebäude. Dabei soll es laut Polizei vier Festnahmen wegen Hausfriedensbruch gegeben haben.

Nach Informationen der Berliner Zeitung gehören die Besetzer zu unterschiedlichen Gruppierungen, in einer Mitteilung im Internet bezeichnen sie sich als „prekär Beschäftigte, stolze Arbeitslose, lohnarbeitende Studierende, wütende Programmiererinnen, Unterbezahlte in der Kulturindustrie“. Ihr Ziel sei es, dass sich Google aus Kreuzberg zurückziehe.

Google plant, Ende des Jahres einen Campus im Umspannwerk zu eröffnen, mit einem Café,  Co-Working-Spaces und Büros für Start-ups.

Unter den Besetzern war auch der Gründer der Initiative „Fuckoffgoogle", der unter dem Pseudonym Larry Pageblank auftritt: „Uns geht es darum, diesen Ort für die Nachbarschaft zurückzugewinnen", sagte er der Berliner Zeitung. 

Google soll sich aus Berlin zurückziehen

Gegen 18h versammelten sich ein paar Dutzend Aktivisten und Anwohner zu einer Kundgebung an der Hobrechtbrücke neben dem Umspannwerk und demonstrierten gegen den Google Campus.

Die bislang friedlichen Proteste richten sich auch gegen die explodierenden Mieten in Berlin. Das Ziel ist, dass sich das US-amerikanische Unternehmen aus Berlin zurückzieht. (BLZ)