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Die rechtsgerichtete Partei Pro Deutschland plant für Mitte August eine mehrtägige Veranstaltung mit Demonstrationen vor islamistischen Zentren in Berlin. Unter dem Slogan "Der Islam gehört nicht zu Europa - Islamisierung stoppen" sollen vor Moscheen Plakate mit Mohammed-Karikaturen gezeigt werden. Bei ähnlichen Aktionen war es Anfang Mai in Solingen und Bonn zu Ausschreitungen zwischen radikal-islamischen Salafisten, die sich provoziert gefühlt hatten, und der Polizei gekommen.

Das Wochenende vom 17. bis 19. August will die rechtspopulistische Pro-Bewegung nutzen, um direkt vor Berliner Hochburgen der islamistischen und der linksradikalen Szene zu demonstrieren. Obwohl die Veranstalter nur von 50 bis 100 Teilnehmern ausgehen, rechnet die Polizei mit einem Großeinsatz. Denn sie wird die Pro-Deutschland-Mitglieder von wütenden Gegendemonstranten trennen müssen. Die wird es geben. Seit Juni laden Migrantenvereine, antirassistische und linke Gruppen für denselben Zeitraum zum "Festival gegen Rassismus" nach Kreuzberg.

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Pro Deutschland hat acht Kundgebungen angemeldet. So wollen die Rechtspopulisten am 18. August ab 12 Uhr vor der As-Sahaba-Moschee im Ortsteil Wedding auftreten, die laut Verfassungsschutz eines der Berliner Zentren der Salafisten ist. Nach Angaben von Lars Seidensticker, Bundesgeschäftsführer von Pro Deutschland, werde man dort, wie auch an den anderen Veranstaltungsorten, die Mohammed-Karikaturen zeigen. Eine weitere Kundgebung ist am Nachmittag vor der Al-Nur-Moschee in Neukölln geplant, die laut Verfassungsschutz ebenfalls ein Zentrum der Islamisten ist.

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Im Rahmen einer "freiheitlichen Stadtrundfahrt" will Pro Deutschland tags darauf unter anderem an der Liebig-, Ecke Rigaer Straße in Friedrichshain eine Kundgebung veranstalten. Dort gibt es mehrere linke Hausprojekte; von dort gingen im vorigen Jahr schwere Krawalle aus, nachdem die Polizei ein Projekt geräumt hatte. Eine Kundgebung plant Pro Deutschland auch vor dem europaweit bekannten linksautonomen Zentrum "Köpi" in der Köpenicker Straße in Mitte.

Die Organisatoren rechnen ganz offen damit, dass sie vor den Moscheen und in Friedrichshain auf massiven Protest stoßen. "Es muss ja wohl noch möglich sein, sich in Deutschland frei zu bewegen", sagte Lars Seidensticker am Dienstag der Berliner Zeitung.

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Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sprach von einer durchschaubaren Inszenierung: "Auseinandersetzungen wie in NRW wollen wir hier in Berlin nicht erleben. Die Sicherheitsbehörden werden vorbereitet sein. Das sollen alle wissen, die auf Intoleranz, Hetze oder Gewalt aus sind, egal, auf welcher Seite", so Henkel.

Als Partner der Aktion nennt Pro Deutschland unter anderem die rechtsextreme Partei Vlaams Belang aus Belgien, die rechtspopulistische FPÖ aus Österreich sowie die German Defence League - ein deutscher Ableger der gewaltbereiten rechten Hooligan-Organisation EDL aus England. Als Hauptredner ist Pro-Deutschland-Chef Manfred Rouhs angekündigt, der bereis Funktionär und Kandidat zahlreicher rechter Parteien wie NPD und Republikaner war.

Der Verfassungsschutzbericht von Nordrhein-Westfalen, wo die Partei 2005 entstand, zählt Pro Deutschland zur rechtsextremen Szene: Es gebe Anhaltspunkte für den Verdacht extremistischer Bestrebungen.

Bei der Berlin-Wahl im September vergangenen Jahres hatten Pro Deutschland 17829 Wähler ihre Stimme gegeben - ein Anteil von 1,2 Prozent.