Berlin - Zwei Männer, die einen schlafenden Betrunkenen in Berlin-Kreuzberg in den Landwehrkanal geworfen haben sollen, stehen seit Freitag wegen versuchter Tötung vor dem Landgericht. Ein 38-jähriger Angeklagter sagte zu Prozessbeginn, er habe den 37 Jahre alten Mann erst geweckt und dann „aus Spaß“ in das Wasser geworfen. Der 37-Jährige sei einige Minuten geschwommen und habe „nach einem epileptischen Anfall“ das Bewusstsein verloren. Das Opfer erlitt bei dem Geschehen im Juni 2018 schwere Verletzungen.

Alle drei Männer stammen aus Polen

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es unter den drei aus Polen stammenden Männern vor dem mutmaßlichen Angriff einen Streit gegeben hat. Als sie am Fraenkelufer den Schlafenden sahen, hätten sie spontan und in Verletzungsabsicht den Entschluss gefasst, ihn in den Kanal zu werfen. Das Opfer habe das Bewusstsein verloren. Die Angeklagten hätten anschließend Zeugen, die den Mann aus dem Wasser gerettet hatten, an Reanimationsmaßnahmen gehindert.

Die 38- und 47-jährigen Angeklagten befinden sich seit dem Vorfall in Untersuchungshaft. Sie seien ohne festen Wohnsitz in Deutschland, erklärten sie vor Gericht. Der 38-Jährige sagte, er habe zunächst mit dem Geschädigten gezecht. Später habe er ihn geweckt. Als er ihn in das Wasser warf, sei sein Bekannter wach gewesen. Der Mitangeklagte schwieg. Der Prozess wird am 19. November fortgesetzt. (dpa)