Er galt aufgrund seiner dubiosen geschäftlichen Vergangenheit als vermögend. Der 42-jährige Helmut R. handelte online mit Devisen. Er soll ein betrügerisches Investment-Model betrieben und mit einer Art Schneeball-System Geld von Investoren verloren oder für sich verwendet haben. Dafür soll er sogar seine Biografie gefälscht haben. Schon einmal war er deswegen in Insolvenz gegangen, verloren Anleger ihr Geld.

Helmut R. verschwand nach einem Türkei-Urlaub im Oktober vergangenen Jahres. Doch Bekannte meldeten den Mann erst im November als vermisst. Der Devisenhändler soll ab und an für einige Zeit nicht erreichbar gewesen sein. Die Polizei vermutete sehr schnell, dass R. Opfer eines Verbrechens geworden und das Motiv in den dubiosen Geschäften des Verschwundenen zu finden sein könnte. 

Dann rückte Mitbewohner Ferdi B. in den Fokus der Ermittlungen. Anfang Februar dieses Jahres wurde er wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes festgenommen. Ein Richter erließ gegen den Kneipier Haftbefehl.

Verdeckungstag

Ab kommenden Freitag muss sich der 47-jährige Ferdi B. wegen Mordes, Raubes mit Todesfolge, Diebstahls, Betrugs und Computerbetrugs vor einer Schwurgerichtskammer des Berliner Landgerichts verantworten. Er soll Helmut R. unmittelbar nach dessen Rückkehr aus der Türkei am 19. Oktober in der gemeinsamen Wohnung in der Bregenzer Straße in Wilmersdorf getötet haben.

Die Staatsanwaltschaft geht von einer Verdeckungstat aus. Ferdi B. soll Helmut R. in der Wohnung bestohlen haben. Der Angeklagte habe zwei hochwertige Uhren entwendet, die Helmut R. für einen Dritten in Verwahrung gehabt haben soll. Die Uhren soll der Angeklagte in einem Pfandhaus verkauft haben.

Handy gestohlen

Um der Strafverfolgung zu entgehen soll Ferdi B. den Deivisenhändler getötet zudem auch das Mobiltelefon samt SIM-Karte des Opfers an sich genommen haben. Mit der SIM-Karte habe der Angeklagte Geld vom Konto des Getöteten auf ein Konto überwiesen, auf das er später habe zugreifen können.

Für das Verfahren vor der 40. Großen Strafkammer sind bisher insgesamt 17 Verhandlungstage vorgesehen.

Der öffentliche Prozess beginnt am Freitag um 9 Uhr im Saal 500 des Kriminalgerichts Moabit in der Turmstraße 91.