Diese Prozesse sind diese Woche auch wichtig

Montag

Ein 57-jähriger Pilot der Bundespolizei muss sich vor dem Amtsgericht Tiergarten wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Er soll am 21. März 2013 bei einer Großübung auf dem Maifeld neben dem Olympiastadion den Tod eines Kollegen verschuldet und mehrere Menschen verletzte haben.

Die Anklage wirft dem erfahrenen Piloten vor, während der Landung seines Hubschraubers den Schneefall und die dadurch eingeschränkte Sicht unterschätzt zu haben. Er habe pflichtwidrig versucht, seine Position zu korrigieren, anstatt die Landung abzubrechen. Aufwirbelnder Schnee soll ihm dabei die Sicht genommen haben.

Bei der Landung soll sich das Rotorblatt seiner Maschine im Rotorblatt eines weiteren Hubschraubers verfangen haben. Der Pilot dieser Maschine starb noch in der Kanzel. Weitere Menschen wurde durch umherfliegende Trümmerteile verletzt.

Der öffentliche Prozess beginnt um 14 Uhr im Saal 105 des Kriminalgerichts Moabit in der Turmstraße 91.

Dienstag

Der Vater eines siebenjährigen Jungen steht vor dem Amtsgericht Tiergarten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 46-Jährigen gefährliche Körperverletzung vor. Er soll im Januar 2013 einen rituellen Beschneider engagiert haben, um seinen Sohn beschneiden zu lassen.

Die Beschneidung soll in der Wohnung des Angeklagten in Friedrichshain erfolgt sein. Dem Mann sei dabei bewusst gewesen, dass es für den Eingriff keine medizinische Notwendigkeit gegeben und dass der Beschneider über keine ärztliche Zulassung verfügt habe. Das Kind soll durch den Eingriff ein halbes Jahr an Schmerzen gelitten haben.

Das Verfahren gegen den ebenfalls angeklagten 78-jährigen mutmaßlichen Beschneider musste abgetrennt werden. Der Mann soll derzeit verhandlungsunfähig sein.

Der öffentliche Prozess beginnt um 9 Uhr im Saal B 229 des Kriminalgerichts Moabit in der Turmstraße 91.

Noch einmal Dienstag

Weil er versucht haben soll, seine von ihm geschiedene Ehefrau zu töten, muss sich ein 33-Jähriger vor dem Landgericht wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Der Mann soll am 20. Oktober seine Ex-Frau vor einem Imbissstand in der Gropiusstadt heftig attackiert und schwer verletzt haben. Dabei habe der Angeklagte den Tod der Frau billigend in Kauf genommen.

Nur weil Zeugen eingriffen, wurde offenbar Schlimmeres verhindert. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft handelte der Mann aus Verdruss über Sorgerechtsfragen für die gemeinsame Tochter. Zudem soll der Angeklagte seine geschiedene Ehefrau als sein Eigentum betrachten haben, mit dem er machen könne, was er wolle. Für den Prozess sind bisher sieben Verhandlungstage vorgesehen.

Der öffentliche Prozess beginnt um 13 Uhr im Saal 217 des Kriminalgerichts Moabit in der Turmstraße 91.

Donnerstag

Im April dieses Jahres sollen die beiden 33 und 35 Jahre alten Angeklagten versucht haben, mit einem nachgemachten Schlüssel in das Bürgeramt Wilmersdorf einzubrechen. Ihr Ziel: die Bezirkskasse. Dabei sollen die mutmaßlichen Täter jedoch einen stillen Einbruchsalarm ausgelöst haben. Bei ihrer Flucht wurden sie von der Polizei gestellt.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten schweren Bandendiebstahl vor. Fünf Verhandlungstage sind bisher terminiert.

Der öffentliche Prozess beginnt um 9 Uhr im Saal 220 des Kriminalgerichts Moabit in der Turmstraße 91.