Es gibt ein Foto von Rami K., das Berliner Polizisten auf dem Tablet des Irakers gefunden haben sollen. Es zeigt den 28-Jährigen offenbar in der Uniform der irakischen Streitkräfte.

Rami K. soll auf dem Foto die abgetrennten Köpfe von zwei gegnerischen Kämpfern an den Haaren wie Trophäen in die Höhe halten. Das Bild entstand vermutlich im März 2015 in der Nähe der irakischen Stadt Tikrit im Irak.  

Totenehre herabgewürdigt

Von Mittwoch an muss sich Rami K. wegen des Verdachts, Kriegsverbrechen begangen zu haben, vor dem Staatsschutzsenat des Berliner Kammergerichts verantworten. Insgesamt vier Verhandlungstage sind bisher geplant. Die Anklage wirft dem Iraker vor, er habe die abgetrennten Köpfe in die Kamera gehalten, um die Getöteten zu verhöhnen und sie in ihrer Totenehre herabzuwürdigen.

„Damit soll er sich  nach dem Völkerstrafgesetzbuch eines Kriegsverbrechens gegen Personen in zwei tateinheitlichen Fällen strafbar gemacht haben“, sagt Lisa Jani, die Sprecherin der Berliner Strafgerichte.

Machete-Foto auf Facebook

Rami K. ist seit Dezember 2015 als Flüchtling in Deutschland, er hat einen Antrag auf Asyl gestellt. Im Sommer vergangenen Jahres gab es gegen den Mann eine Anzeige wegen Bedrohung. Daraufhin wurde bei einem Polizeieinsatz Ende Juli 2016 auch das Tablet von Rami K. beschlagnahmt und das Foto darauf entdeckt. Der Beschuldigte selbst wurde am 25. August festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte soll gestanden haben, die beiden Köpfe für ein Foto in die Hohe gehalten haben. Ein höher gestellter Offizier habe das angewiesen. Es gibt wohl auch ein Video auf dem Facebook-Account dieses Offiziers. Es zeigt, wie dieser Soldat mit einer Machete den Kopf eines Toten abtrennt. Außerdem soll darin die Anweisung zu hören sein, dass Rami K. den Kopf nehmen und in die Kamera halten möge.

Im Einsatz gegen IS-Kämpfer

Zum damaligen Zeitpunkt war Rami K. offenbar als Oberleutnant bei einer Terrorbekämpfungseinheit der irakischen Armee im Einsatz gegen Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Rami K. soll in seiner Vernehmung angegeben haben, dass die beiden Männer, deren Köpfe abgetrennt wurden, bei einem Luftangriff getötet worden seien. Im Falle einer Verurteilung droht Rami K. eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu 15 Jahren. 

Der Prozess findet um 9.30 Uhr unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen in der Turmstraße 91, Saal 701, statt.  Er ist aber öffentlich.