Die Projektile durchschlugen die Eingangstür und das Schaufenster. 16 Durchschüsse zählte die Spurensicherung nach dem Anschlag auf das Lokal in der Groninger Straße in Wedding, der sich am 10. Mai vergangenen Jahres ereignete. 

An jenem Mittwochabend hatten zwei Autos vor dem Lokal gehalten. Aus einer Maschinenpistole wurde dann auf das Lokal gefeuert. Die Gäste warfen sich auf den Boden. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.

Weil Besucher eines nahe gelegenen Imbisses die Nummernschilder der Autos fotografierten, konnte die Polizei die mutmaßlichen Täter schnell ermitteln. Wenig später nahmen Fahnder mehrere Tschetschenen und einen Mazedonier als Tatverdächtige fest.

An diesem Dienstag beginnt vor dem Berliner Landgericht der Prozess gegen sechs Männer im Alter von 27 bis 40 Jahren. Sie sind wegen versuchten Mordes und Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt.

Es ging um eine Drogenlieferung

Laut Staatsanwaltschaft sollen sie bei dem Angriff auf das Lokal gemeinschaftlich versucht haben, einen Mann zu töten. Dieser soll sich geweigert haben, Drogenlieferungen  des angeklagten 40-Jährigen zu bezahlen.

Der Mann, auf den die Täter zielten, griff selbst zur Waffe und schoss zurück. Dann konnte er fliehen. Die Angeklagten sollen zur Rockergruppierung Guerilla Nation Vaynakh gehören, in der vor allem Tschetschenen ihren kriminellen Geschäften nachgehen. Für den Prozess sind bis Juni 22 Verhandlungstage angesetzt.

Die öffentliche Verhandlung beginnt am Dienstag (16. Januar 2018) um 9 Uhr im Saal B 129 des Berliner Landgerichts.