Hans-Jürgen H. lud Jungen zu sich in die Wohnung. Als er nach vielen Gesprächen ihr Vertrauen  gewann, soll er mindestens ein Opfer sexuell missbraucht, fotografiert und gefilmt haben. Als einer der Jungen nicht mehr zu ihm wollte, setzte er die Mutter des Kindes unter Druck und drohte ihr. Am Freitag beginnt im Landgericht Berlin der Prozess gegen den 64-jährigen Neuköllner.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft sind ungeheuerlich: Der Angeklagte Hans-Jürgen H. soll zwischen Juli 2008 und Februar 2009 in seiner Neuköllner Wohnung einen damals achtjährigen Jungen in 26 Fällen sexuell missbraucht haben. Er soll ihn unter einem falschen Vorwand in seine Wohnung gelockt haben. Der Junge soll sich später einem Angehörigen anvertraut haben.

Mittlerweile geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Achtjährige nicht das einzige Opfer war. Einige Jahre später, zwischen August 2015 und Dezember 2016, soll Hans-Jürgen H. sich an einem anderen, ebenfalls achtjährigen Jungen vergangen haben. Auch da soll er sein Opfer zu sich in die Wohnung gelockt haben.

Bilder auf  Youtube hochgeladen

In der Vorankündigung des Landgerichts heißt es, dass er Bilder des Jungen auf der Internetplattform Youtube eingestellt haben soll. Ob darunter Nacktbilder waren, teilte das Gericht nicht mit. Als der Junge aufgrund der traumatischen Erlebnisse fernblieb, habe der heute 64-Jährige der Mutter des geschädigten Jungen gedroht und sie beleidigt.  

Die Staatsanwaltschaft wirft Hans-Jürgen H. schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, den Verstoßt gegen das Kunsturhebergesetz, Nötigung und Beleidigung vor. Nach sechs Verhandlungen soll das Urteil gesprochen werden.

Der öffentliche Prozess findet am Freitag um 9.15 Uhr in der Jugendkammer 7, Saal 817 des Landgerichts Berlin statt.