Prozess im Fall Lisa aus Marzahn: 24-Jähriger wegen Sex mit 13-Jähriger vor Gericht

Berlin - Der Prozess um den Missbrauch des russlanddeutschen Mädchens Lisa aus Berlin-Marzahn, das eine Vergewaltigung erfunden und damit Aufsehen über Deutschland hinaus ausgelöst hatte, findet hinter verschlossenen Türen statt. Das Amtsgericht Tiergarten schloss am Dienstag vor Verlesung der Anklage die Öffentlichkeit aus - zum Schutz der damals 13-Jährigen, wie der Vorsitzende Richter begründete. 

Vor Gericht steht am Dienstag der 24-jährige Ismet S. wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes und Herstellung von Kinderpornografie. 

Ismet S. soll Ende Oktober 2015 mit Lisa Geschlechtsverkehr gehabt und davon ein Video angefertigt haben, obwohl er wusste, dass sie minderjährig war. Zwar soll es sich um einvernehmlichen Sex gehandelt haben, doch weil Lisa zu diesem Zeitpunkt noch keine 14 Jahre alt war, handelt es sich um eine Straftat.

Erfundene Vergewaltigung

Der Fall war bekannt geworden, weil das Mädchen Anfang 2016 nach einem mehr als 30-stündigen Verschwinden bei der Polizei erklärt hatte, es sei von drei südländisch aussehenden Männern entführt und vergewaltigt worden. Der russische Außenminister Sergej Lawrow schaltete sich ein und warf deutschen Behörden Vertuschung vor. Hunderte Russlanddeutsche demonstrierten in Berlin.

Tatsächlich soll das Mädchen bei einem 19-jährigen Bekannten wegen Schulproblemen Unterschlupf gesucht haben. Der nun Angeklagte geriet im Zuge der Ermittlungen in den Fokus. Noch am Dienstag wird das Urteil gegen Ismet S. erwartet. (BLZ/dpa)