Berlin - Der Mann auf der Anklagebank ist einer der ersten Flüchtlinge aus Afghanistan, der sich als mutmaßlicher Kämpfer der Taliban vor einem deutschen Gericht verantworten muss. Und Wajid S. hat sich, wenn man so will, selbst in diese Situation gebracht. Er hatte bei seiner Einreise in Deutschland erklärt, bei den Taliban gewesen zu sein, dort gekämpft zu haben, verletzt worden und schließlich aus Afghanistan geflohen zu sein. Die Generalbundesanwaltschaft wirft ihm Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und versuchten Mord vor.

Vor Gericht streitet Wajid S. die Vorwürfe ab. Der 29-Jährige lässt durch seinen Verteidiger, dem Karlsruher Strafrechtler Daniel Sprafke, eine Erklärung verlesen. Darin heißt es, dass er, Wajid S., nie damit gerechnet habe, „dass ich angeklagt werde“. Er habe gelogen. Die Geschichte über die Taliban sollte nur seine Chancen erhöhen, als Flüchtling anerkannt zu werden.

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