An diesem Donnerstag geht der Prozess gegen den sogenannten Tiefkühltruhen-Mörder in die entscheidende Runde. Josef S. soll einen 80-jährigen einstigen Nachbarn in Prenzlauer Berg zunächst erschossen, die Leiche dann zerstückelt und zehn Jahre lang in einer Tiefkühltruhe aufbewahrt haben.

In all der Zeit, so die Anklage, habe der 56-jährige Trödelhändler die Miete des Toten in Höhe von rund 2000 Euro kassiert. Nun könnten in dem spektakulären Prozess vor der Schwurgerichtskammer die letzten Zeugen gehört und das psychiatrische Gutachten erstattet werden. Dabei wird die Sachverständige klären, ob sie Josef S. für schuldfähig hält.

Suizid nicht ausgeschlossen

Am vergangen Verhandlungstag hatte allerdings die Verteidigung des Angeklagten noch zwei Anträge gestellt. Zum einen sollte ein Waffenexperte gehört werden, der aussagen solle, dass das Projektil, das man noch im Kopf der Leiche fand, nur zu einer Taschenpistole nicht aber zu einem Revolver passen würde. Damit wäre es nicht ausgeschlossen, dass sich der 80-jährige Heinz N. in seiner Wohnung in der Hosemannstraße in Prenzlauer Berg selbst erschossen hat.

Zum anderen sollten Zeugen bekunden, dass Josef S. zum Tatzeitpunkt - Silvester 2006/2007 - bei ihnen verbrachte. Der Vorsitzende Richter allerdings gab den rechtlichen Hinweis, dass auch die Anerkennung der Schwere der Schuld möglich wäre. Dann könnte Josef S. bei einer Verurteilung wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe nicht schon nach 15 Jahren auf Bewährung aus der Haft entlassen werden.