Prozess: Radfahrer verletzt Polizisten in Friedrichshain – Geldstrafe

Nach einer Rangelei mit einem Fußgänger auf einem Gehweg in Berlin-Friedrichshain soll ein Radfahrer 2700 Euro Strafe zahlen. Das Amtsgericht Tiergarten sprach den 47-Jährigen am Mittwoch der vorsätzlichen Körperverletzung schuldig. Der Angeklagte habe die Auseinandersetzung mit dem Passanten - einen Polizisten in Zivil - ausgelöst, begründete der Richter. Der 50-jährige Beamte hatte eine Platzwunde am linken Jochbein und Hautabschürfungen erlitten. Zehn Tage lang war sein Sehvermögen beeinträchtigt.

Radfahrer versetzte Polizisten Faustschlag

Der Angeklagte und der Beamte waren sich im April 2017 auf einem Gehweg begegnet. Der Radfahrer habe ihn touchiert, schilderte der Polizist im Prozess. Überrascht und instinktiv habe er dem Mann „Ey“ hinterhergerufen. „Da machte er eine Vollbremsung, schmiss sein Rad hin und versetzte mir einen Faustschlag.“ Als er den Mann festhalten wollte, sei es zu einer Rangelei gekommen.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Aus seiner Sicht sei er absichtlich zu Fall gebracht worden, sagte er. Es könne allerdings sein, dass er den Fußgänger in einer Rangelei getroffen und auch verletzt habe.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr wegen gefährlicher Körperverletzung verlangt. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch. Die verhängte Strafe von 90 Tagessätzen zu je 30 Euro ist noch nicht rechtskräftig. (dpa)