Potsdam - Der Jugendliche, der an diesem Montag als Zeuge vor dem Landgericht Potsdam gehört wird, wählt seine Worte bedacht. Der heute 15-jährige stämmige Junge sagt in ruhigem Ton, er habe versucht, seiner Mutter zu helfen. Er könne sich noch erinnern, wie sein Vater auf seine Mutter eingestochen, wie er gegrinst und sich gefreut habe, ihr das Leben nehmen zu können. Wie er ihn, den Sohn, anschrie und als Judas und Schwarzen Engel bezeichnete, wie er ihn von der Mutter weggeschubst und ihm mit einer Schreckschusswaffe ins Gesicht geschossen habe. Der Zeuge spricht vom Abend des 11. Mai des vergangenen Jahres. An diesem Tag starb seine Mutter – weil sie sich von ihrem bestimmenden Ehemann trennen und die beiden gemeinsamen, damals elf und 14 Jahre alten Kinder mitnehmen wollte. Dorota L. hatte einen anderen Mann kennengelernt

Keine zehn Meter von dem 15-jährigen Zeugen entfernt sitzt Wolfgang L., der Ehemann von Dorota L. und Vater des Jugendlichen. Der 65-jährige Dachdecker soll am Tattag seine 40 Jahre alte Ehefrau Dorota im Werderaner Ortsteil Glindow (Potsdam-Mittelmark) heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet haben. An jenem Abend soll er die Frau aufgesucht, sie mit einer Schreckschusswaffe oder einem Messer bedroht haben.

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