Berlin - Ein 26-Jähriger hat sich im Prozess wegen versuchten Mordes an einem Rollstuhlfahrer in Berlin-Kreuzberg auf fehlende Erinnerungen berufen. Er habe nach massivem Drogenkonsum einen „kompletten Filmriss“ erlitten, sagte der Angeklagte am Montag vor dem Landgericht. Er soll das Opfer im März 2016 beraubt, aus dem Rollstuhl gezerrt, getreten und durch Messerstiche verletzt haben.

Zudem muss sich der Angeklagte wegen eines Raubüberfalls auf eine 29 Jahre alte Frau im selben Parkhaus sowie Diebstahls verantworten.
Der mutmaßliche Angreifer habe den 54-Jährigen im Rollstuhl zunächst in ein Gespräch verwickelt und dann ein Messer gezogen, heißt es in der Anklage. Er habe den Rollstuhl umgekippt und auch diesen nach Beute durchsucht. Weil er lediglich Kleingeld fand, habe er „aus Wut und Frustration“ den Mann mit Stichen in den Rücken verletzt.

Aufzeichnungen aus Überwachungskameras führten einen Tag nach dem Überfall zur Festnahme des 26-Jährigen. An den Rollstuhlfahrer könne er sich „überhaupt nicht erinnern“, sagte der Angeklagte. Der 54-Jährige starb Angaben zufolge später an einer Erkrankung, die nicht im Zusammenhang mit dem Überfall stehe, hieß es am Rande des Prozesses. Die Verhandlung wird am 9. März fortgesetzt. (dpa)