Istanbul - Die Mühlen der Justiz mahlen bekanntlich langsam. Viele hatten daran gezweifelt, ob es zu diesem Prozess in Istanbul jemals kommen würde. Doch am Dienstag standen die Beschuldigten tatsächlich vor der zehnten Strafkammer im Gerichtspalast von Kartal auf der asiatischen Seite der Metropole: Mutlu und Alpaslan Sürücü, angeklagt wegen vorsätzlichen Mordes an ihrer jüngeren Schwester Hatun Sürücü.

Fast genau elf Jahre ist es her, dass die junge Deutsch-Kurdin in Tempelhof mit drei Schüssen regelrecht hingerichtet wurde. Sie musste sterben, weil sie einen westlichen Lebensstil pflegte und das ihrer Familie nicht gefiel, wie ein Berliner Gericht damals feststellte, als es den jüngsten Bruder Ayhan 2006 nach Jugendstrafrecht zu neun Jahren und drei Monaten Haft verurteilte. Die Mitangeklagten Mutlu und Alpaslan Sürücü waren zunächst aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden und entzogen sich, nachdem der Bundesgerichtshof die Freisprüche 2007 aufhob, weiteren Verfahren durch ihre Flucht in die Türkei. Inzwischen sind sie 35 und 36 Jahre alt.

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