Es geht voran beim BER. Davon konnten sich Tausende Bürger am Wochenende selbst überzeugen beim Familienfest auf dem künftigen Großflughafen in Schönefeld. Denn während die Besucher bei den Publikumstagen im vergangenen Jahr noch nicht ins Flughafenterminal durften, war das Gebäude dieses Mal geöffnet. Na, wenn das kein Fortschritt ist!

Dass BER-Chef Hartmut Mehdorn den interessierten Bürgern, Steuerzahlern und damit den eigentlichen Finanziers des Pleiten-Pech- und Pannen-Airports auch an diesen beiden Tagen keinen Eröffnungstermin nennen konnte, sei ihm nachgesehen. Damit hatte ohnehin niemand ernsthaft gerechnet. Und die BER-Historie lehrt, dass man auch mit kleinen Dingen zufrieden sein muss. Immerhin kamen am Wochenende Zehntausende Besucher bei Bus-Touren auf den Rollbahnen, bei Führungen in den S-Bahntunnel und durchs Terminal auf ihre Kosten. Es gab Grillwürste und viele bunte Luftballons. Mit anderen Worten: Für BER-Verhältnisse war das eine ziemlich gelungene Sache.

Weiter so also. Immer feste feiern, vergesst den Flugbetrieb. Der BER als Freizeitpark, das könnte doch das Modell der Zukunft sein. Man muss ja nur nach Tempelhof blicken. Auf dem einstigen Flughafengelände tummelten sich am Wochenende ebenfalls Tausende beim Drachenfest, drehten ihre Jogging-Runden oder spielten Fußball. Gleichzeitig startete eine Bürgerinitiative ihr Volksbegehren zum Erhalt des gesamten Areals. Das alles zeigt doch: Von ungenutzten Rollbahnen und brachliegenden Flughäfen kann es in Berlin gar nicht genug geben. Wir müssen nur auf Hartmut Mehdorn vertrauen. Der macht das schon.