Ein Mädchen schlägt der anderen betont lässig mit der Hand zwischen die Beine und ruft: „Pussy Slap!“ Die Getroffene krümmt sich kurz. Dann lachen beide. Das soll ein neuer Trend unter jungen Frauen sein?

Spontane Schläge auf die Vagina

Beim sogenannten „Pussy Slapping“ (dt. etwa: auf die Muschi schlagen) hauen sich junge Frauen gezielt auf die Vagina. Das Ganze wird meist noch gefilmt und im Netz hochgeladen. Inzwischen gibt es einige solcher Videos online, vor allem aus dem englischsprachigen Raum. Eine australische Mädchen-Gruppe, die sich „83 Squad“ nennt, ist sogar ein bisschen berühmt dafür: Sie haben in ihren Videos den „Pussy Slap“-Krieg ausgerufen.

Doch ist dieses merkwürdige Phänomen hierzulande auch angesagt? Laut eines Artikels auf Spiegel Online ist Pussy Slapping inzwischen auf deutschen Schulhöfen angekommen. Ein Lehrer berichtet dort, dass sich die Mädchen bei dem skurrilen Ritual „gegenseitig richtig weh“ tun. 

„Dominanz und pubertierende Albernheit“

Der Begriff „Pussy Slapping“ kommt ursprünglich aus der Sado-Maso-Szene. Unter Jugendlichen ist Pussy Slapping wohl ein Gemisch aus erotischer Komponente, Dominanz und pubertierender Albernheit, zitiert Spiegel Online den Lübecker Neuropsychologen Erich Kasten. Dieses Verhalten könne als „Akt der Dominanz“ gesehen werden, mit dem ein junges Mädchen quasi „symbolisch versuche, das Sexualorgan ihrer Nebenbuhlerin zu schädigen, um sie als Konkurrentin auszuschalten.“

Vielleicht ist es aber auch einfach nur ein Spaß unter Teenagern – und dass Erwachsene sich davon provoziert fühlen, ist sicherlich kein unerwünschter Nebeneffekt. (iwo)