Die 6000 Kilometer lange Fahrt soll am 25. April in Moskau beginnen. Das ist der 70. Jahrestag, an dem sowjetische Truppen den Belagerungsring um Berlin schlossen. Wie der Club auf seiner Webseite mitteilt, soll es dann durch Polen, Tschechien, über Wien, München und Torgau nach Karlshorst gehen, wo am 8. Mai 1945 die deutsche Wehrmacht die Kapitulation unterschrieb. Am 9. Mai wollen Mitglieder des Clubs am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park einen Kranz niederlegen - anlässlich des 70. Jahrestages des Endes des "Großen Vaterländischen Krieges".

Die Fahrt soll in einer Kolonne erfolgen, an den Motorrädern werden Siegesbanner befestigt. Kolonnenfahrten müssen in Deutschland allerdings angemeldet und genehmigt werden. Eine solche Anmeldung liegt zumindest bei der Berliner Polizei bislang nicht vor. "Wenn die ohne Genehmigung im Konvoi hier einfahren würden, dann würden wir eingreifen", sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf.

Der Club, dessen Chefs sich immer wieder an der Seite des russischen Präsidenten Wladimir Putin zeigen, gilt als Unterstützer die Krim-Annexion und des von Russland geförderten Krieges im Osten der Ukraine - auch wenn er offiziell jedes politische Engagement abstreitet. Die "Nachtwölfe" haben schätzungsweise 5000 Mitglieder.

Wie viele der Rocker sich auf den Weg nach Berlin machen werden, darüber machen die "Nachtwölfe" keine Angaben. Nach Angaben von Clubsprecherin Anna Komarowa sind die Teilnehmer der Fahrt bereits im Besitz von Visa. „Schwierigkeiten bei der Erteilung gab es nicht“, sagte sie der Berliner Zeitung.

Widerstand regt sich

Das einzige Ziel der Aktion sei das Gedenken an die Helden der Roten Armee, so die Sprecherin. Die Teilnahme sei freiwillig, fügte Komarowa hinzu, wohl um der Unterstellung entgegenzutreten, die Kampagne könne in irgendeiner Form vom Kreml organisiert und finanziert worden sein.

Gegen den geplanten Rocker-Konvoi regt sich bereits Widerstand. In Polen wurden bereits mehrere Tausend Unterschriften gesammelt. In der Petition fordern die Unterzeichner vom polnischen Außenminister, den „Nachtwölfen“ die Einreise zu verwehren. Dies würde negative Gefühle der polnischen Bürger wachrufen, heißt es unter anderem. „Wenn die polnische Grenzpolizei mehreren hundert aggressiven russischen Chauvinisten erlaubt, Polen zu durchfahren, sollte man die Möglichkeit potentieller Provokationen in Betracht ziehen, die später von Moskau gegen Polen benutzt werden könnten.“

Auch in Berlin regt sich Unmut: „Der Roten Armee muss man für die Befreiung vom Nationalsozialismus dankbar sein aber nicht diesem Motorradclub, von dem eine Drohkulisse ausgeht“, sagt etwa der Grünen-Abgeordnete Benedikt Lux. „Gerade mit Blick auf unsere östlichen Nachbarn sollte man ein Verbot auf allen Ebenen prüfen, sei es bei der Visaerteilung, dem Straßenverkehrs- oder dem Versammlungsrecht.