Coworking spaces gibt es schon seit Jahren und erfreuen sich an großer Beliebtheit. 
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BerlinDer Bezirk Schöneberg hat jetzt einen Coworking Space für Schwule, Lesben und Transgender. „Darna“ nennt sich der Ort, an dem Menschen zusammenkommen sollen, um sich Arbeits- und Kreativräume zu teilen. Coworking Spaces sind in Berlin nichts Neues, ein spezieller Raum wie dieser hingegen schon. Braucht die Stadt das?

Eine Metropole, die sich ja zumeist übereifrig ihre vermeintliche Liberalität auf die Fahne schreibt und in schöner Regelmäßigkeit zu allen Anlässen ihre weltläufige Gesinnung betont. Braucht Berlin einen Schutzraum für Minderheiten? Offenbar schon.

Studie zeigt diskriminierendes Verhalten 

Laut einer Studie, die das Jobportal Linkedin beim Meinungsforschungsinstitut YouGov in Auftrag gegeben hat, haben 46 Prozent der Teilnehmer in einer bundesweiten Umfrage Witze und sexuelle Anspielungen in Bezug auf ihre Orientierung erlebt. Bei 28 Prozent der Gruppe, die Diskriminierung am Arbeitsplatz erfahren hat, kam es zu Fällen von Mobbing bis hin zur körperlichen Gewalt.

16 Prozent gaben an, aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität ihren Arbeitgeber schon einmal gewechselt zu haben. Sicherlich hat sich die Situation in vielen Bereichen für Schwule, Lesben und Transgender verbessert. Es gibt mehr Akzeptanz  in  großen Teilen der Gesellschaft.

Doch solange die Gefahr besteht, dass Menschen am Arbeitsplatz (und auch sonst) aus welchen Gründen auch immer diskriminiert werden, haben Orte wie der queere Coworking Space eine Berechtigung. Am Montag stellt die Polizeipräsidentin von Berlin übrigens die Kriminalitätsstatistik homophober und transphober Übergriffe im Jahr 2019 vor.