Gegen vier mutmaßliche Unterstützer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) beginnt am Donnerstag der Prozess vor dem Berliner Kammergericht. Die Angeklagten sollen sich in der inzwischen verbotenen Berliner Moschee Fussilet 33 radikalisiert haben. Auch der Attentäter vom Breitscheidplatz, Anis Amri, besuchte die Moschee regelmäßig. 

Der 22-jährige Deutsch-Marokkaner Soufiane A., der sich den Kampfnamen Abu Dharr gegeben hat, war nach Erkenntnissen des Staatsschutzes eine Kontaktperson von Amri und ist tief in der Salafistenszene verankert. Der Staatsschutz ging in einem Observationsantrag davon aus, dass Abu Dharr „das Gefahrenpotenzial des Beschuldigten Amri“ fördere. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise soll Abu Dharr zudem versucht haben, an der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber an der Moabiter Turmstraße Flüchtlinge zu rekrutieren. Er wurde damals des Geländes verwiesen.

Sie wollten sich laut Anklage an Waffen und Sprengstoff ausbilden lassen

Laut Generalstaatsanwaltschaft versuchten er und die drei Mitangeklagten, zwei Türken und ein Deutscher im Alter von 25, 32 und 46 Jahren, im Januar nach Syrien auszureisen. Dort wollten sie sich von der Terrororganisation "Islamischer Staat" an Waffen und Sprengstoff ausbilden lassen und für den IS an Kampfhandlungen und Rekrutierungen teilnehmen. 

Die Reise hatten sie laut Anklage durch den Weiterverkauf von betrügerisch erlangter Smartphones finanziert. Als die Beschuldigten in zwei Gruppen nach Syrien unterwegs waren, wurden sie in Italien beziehungsweise in Kroatien gestoppt. (dpa/BLZ)