Radtour: Fläming Skate Rundkurs Nr. 5 mit dem Rennrad getestet

Luckenwalde - Dort vorn ist irgendwo das versprochene Paradies. Es ist nur noch ein kurzes Stück. Das Rennrad surrt seit sechs Kilometern über die Landstraße von Luckenwalde nach Jänickendorf. Dann endlich rollt das Rad über die magische Grenze auf den viel gerühmten Asphalt des Fläming Skate: Wir testen, ob der Fläming Skate – ein Streckennetz aus acht Rundkursen, die jeweils 11 bis 95 Kilometer lang sind – wirklich so gut ist für Rennradfahrer, wie oft behauptet.

Asphalt auf Fläming Skate gut für Rennräder

Tatsächlich: Auf dem Rundkurs im Kreis Teltow-Fläming rollt das Rad gleich viel leichter und damit auch viel schneller als zuvor auf der Straße. Dort war zwar auch Asphalt – aber Asphalt ist eben nicht gleich Asphalt. Also absteigen und anfassen. Der Belag ist hier nicht so grob, sondern deutlich feinporiger. Das Rad läuft mit viel weniger Widerstand. Wer Rennrad fährt und auch noch Spaß daran haben will, liebt natürlich tollen Asphalt. Der Lebensraum der meisten Rennradfahrer sind daher Überlandstraßen, die sie sich aber mit den Autofahrern teilen müssen. Wie schön sind da tolle Radwege, ganz ohne Auspuffgase in der Nase. Aber oft ist der Asphalt zu holprig, die Wege zu eng und kurvig – und Wurzeln oder Bordsteine sind der natürliche Feind dünner Reifen.

Rundkurs Nr. 5 hinauf zum Golmberg

Deshalb der Fläming Skate, ursprünglich für Inlineskater angelegt, die ähnlich hohe Ansprüche an die Piste stellen wie Rennradfahrer. Wir probieren Rundkurs Nr. 5, der scheint sportlich, wie auch für das Auge lohnenswert. Bald hinter Jänickendorf lässt sich auf schnurgerader Strecke wunderbar Gas geben. Hinterm Holbecker See wird es dann anstrengend: Nun geht es sieben Kilometer stramm bergauf, bis auf den 178 Meter hohen Golmberg und weiter bis Petkus.

Dort, auf halber Strecke, lädt das Gutshaus Roggenkönig zur Einkehr im beschaulichen Biergarten ein. Danach geht es auf ebener Strecke weiter vorbei an ausgedehnten Feldern und durch dunkle Wälder.

Abstecher zur Weberkolonie und Kloster Zinna

Für Rennradfahrer mögen die maximal vier Meter bereiten Wege zunächst ungewohnt sein, doch die Strecke ist stets so weit einsehbar, dass man leicht den Skatern und anderen Radlern ausweichen kann. Und so kann man auf den langen Geraden bis Fröhden wieder so richtig in die Pedale treten. Von dort aus ist es dann auf schönen, schummrigen Waldstrecken gar nicht mehr so weit bis Werder: Dort sollte sich der kulturell interessierte Radler überlegen, den Rundkurs kurz zu verlassen und zehn Minuten Umweg in die ehemalige Weberkolonie Kloster Zinna in Kauf zu nehmen. Diese ließ Friedrich der Große im 18. Jahrhundert erbauen, um Tuche für das Militär und auch Seidenstoffe herstellen zu lassen. Rund um einen Marktplatz wurden mehr als 80 Weberhäuser errichtet.

Die Anlage ist fast gänzlich erhalten. Das architektonische Highlight des Ortes ist aber das ehemalige Zisterzienserkloster aus dem 12. Jahrhundert, das heute im Abtshaus ein Heimatmuseum beherbergt. Bis Kolzenburg ist dann wieder hohes Tempo möglich, bevor man durch etwas kurvigere Waldpassagen zurück nach Jänickendorf gelangt.

Die Piste ist schnell, und nach dreieinhalb Stunden sind die 50 Kilometer geschafft – trotz Platten und Reparatur. Nach einer solch lohnenden Halbtagestour steigt der Rennradler mit einem wohligen Glücksgefühl in Luckenwalde wieder in den Zug.