Bad Saarow - Am 2. Oktober des vergangenen Jahres feuerte ein maskierter Mann vor der Villa der Familie in Bad Saarow (Oder-Spree) auf die Tochter des Unternehmers Christian Pepper. Die 23-jährige Louisa blieb nur deshalb unverletzt, weil sich ein Personenschützer vor sie warf.

Der 31-Jährige wurde damals lebensgefährlich verletzt. Er ist seitdem querschnittsgelähmt. Bereits am 22. August war Petra Pepper, die 58-jährige Ehefrau des Unternehmers, vor dem Haus von einem Unbekannten niedergeknüppelt und schwer verletzt worden.

„Wir gehen davon aus, dass beide Taten von ein und demselben Täter begangen wurden“, sagte Falk Küchler, der Leiter der zuständigen Mordkommission in Frankfurt (Oder), am Montag. Das Motiv für die Taten sei noch immer völlig unklar. Küchler hofft nun, dass sich Zeugen melden, die in Bad Saarow verdächtige Dinge wahrgenommen haben. „Immerhin liegt das Arosa-Hotel in Tatortnähe“, sagte der Chefermittler.

50.000 Euro Belohnung

Nach dem Anschlag im Oktober hatte die Polizei drei Patronenhülsen am Tatort gefunden. Sicher ist, dass sie mit einer schwarzen Ceska Modell 75 oder 85 oder einem chinesischen Nachbau der Waffe, einer Norinco, abgefeuert wurden. 150 solcher Waffen sind im Landkreis Oder-Spree und in Frankfurt (Oder) registriert, 135 davon wurden bereits untersucht – ohne Erfolg.

Hoffnungen setzt die Polizei nun auf eine Trageschlaufe aus Kunststoff von Samsung, die für ein Handy oder einen MP-3-Player genutzt wurde. Sie war nach dem Überfall auf Peppers Ehefrau am Tatort entdeckt worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass es dem Täter gehört. „An dem Band haben wir DNA-Spuren gefunden“, sagte Küchler.

In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ am Mittwochabend (20.15 Uhr, ZDF) gibt es diesmal einen ausführlichen Filmbeitrag, in dem die Taten nachgestellt wurden. Für den Fall Pepper wird extra eine Telefonleitung geschaltet, bei der der Anrufer seinen Namen nicht nennen muss.

„Nicht ein Polizist sitzt da am Telefon, es wird ein Anrufbeantworter geschaltet“, sagte Küchler. Damit garantiere man absolute Anonymität. Die Familie des Unternehmers hat für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, 50.000 Euro ausgelobt.