Die Polizei ist von der Darstellung abgerückt, Aktivisten hätten bei der Räumung des Neuköllner Kiezladens „Friedel 54“ einen Türknauf unter Strom gesetzt. Die Polizei hatte während der Räumung am Donnerstag ein Bild von der Tür auf Twitter gepostet. Die Einsatzkräfte stellten kurzerhand den Strom ab - und sprachen von Lebensgefahr. Nach einer internen Recherche hat sich die Berliner Polizei via Twitter über den Ablauf des Einsatzes noch einmal geäußert: 

Eine Technische Einheit der Polizei hatte laut der Stellungnahme am Donnerstag gegen 10.40 Uhr ein eingeklemmtes Stromkabel an der Kellertür des besetzten Gebäudes festgestellt. Daraufhin habe die Polizei an der Tür Spannung gemessen und sei von einer akuten Gefahr eines Stromschlags bei Berührung ausgegangen.

Die Stromversorgung vom gesamten Haus habe man um 11 Uhr abgestellt, weil die Quelle der Spannung nicht feststellbar gewesen sei. Eine Stromquelle des verdächtigen Kabels war allerdings nicht ausfindig zu machen, als man sich später Zutritt zu den Kellerräumen verschafft hatte.

Auch auf Nachfrage der Berliner Zeitung konnte ein Pressesprecher der Polizei nicht erklären, wie es zu der Fehleinschätzung von den Einsatzkräften gekommen war. Am Donnerstag hatte es in der Friedelstraße 54 eine Räumung des von linken Aktivisten besetzten Gebäudes gegeben. Die polizeilichen Maßnahmen stießen auf starke Proteste. (BLZ)