Linksradikale haben in der Nacht zu Sonnabend in Wedding die SPD-Landeszentrale, ein Jobcenter und ein Hotel mit Farbe beworfen und Fensterscheiben beschädigt.

Nach Angaben der Polizei wurden kurz nach Mitternacht aus einer Gruppe von 30 bis 50 Personen Steine gegen das Kurt-Schumacher-Haus geworfen. Passanten riefen die Polizei in die Müller-, Ecke Burgsdorfstraße, weil die schwarz gekleideten und maskierten Randalierer Feuerwerkskörper zündeten und mehrere Müllcontainer auf die Fahrbahn schoben und einen davon in Brand setzten.

Die Randalierer teilten sich in mehrere Kleingruppen auf und warfen Steine auch gegen andere Einrichtungen: Gegen die Fassade des Jobcenters in der Müllerstraße schleuderten sie mehrere Farbbeutel. Eine Gruppe von etwa fünf Personen wurde in der Gerichtstraße beobachtet, wie sie einen Bauzaun in einzelne Teile demontierte und auf die Fahrbahn zog. Auch ein geparktes Auto in der Gerichtstraße sei beschädigt worden, teilte die Polizei mit.

Zusammenhang mit Räumung

Zeugen hielten einen Tatverdächtigen im Alter von 25 Jahren fest und übergaben ihn den inzwischen angerückten Polizisten. Gegen ihn ermittelt jetzt der Staatsschutz. Die anderen Randalierer flüchteten unerkannt.

Passanten erzählten den Beamten, dass die Randalierer in der Müller-, Ecke Burgsdorfstraße ein Transparent mit der Aufschrift „Jede Räumung hat ihren Preis“ dabei hatten und Bezug zur Rigaer Straße in Friedrichshain nahmen. Dort sind einige Häuser die Hochburg von Linksautonomen, die seit Jahren von Räumungen bedroht sind.

Erst am Donnerstag war in Neukölln der linke Kiezladen "Friedel 54" geräumt worden. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen zwischen einem massiven Polizeiaufgebot und zahlreichen Demonstranten. Für diesen Samstagabend wurde wegen der Räumung eine Demonstration durch den Norden Neuköllns angekündigt. (kop.)