Die Leute sagen, die Welt sei so kompliziert geworden, man finde sich gar nicht mehr zurecht. Aus diesem Grund gebe es diesen Populismus überhaupt, denn er habe einfache Antworten. Die „Identitären“ beispielsweise sind eine rechtsextreme Aktionsgruppe, die sich um das Gefühl von Heimat und Identität der Deutschen Sorgen macht. Sie haben eine völkische Idee von dieser Identität, in der es nicht reicht, Deutscher zu sein. Um für sie dazuzugehören, muss man sehr vieles nicht sein: nicht jüdisch, nicht muslimisch und was es sonst noch so gibt. Nicht schwarz oder „südländisch“, nicht auf Emanzipation bedacht in allen Fragen der sexuellen Orientierung und vor allem nicht universalistisch. Denn dies hieße die Rechte und die Freiheit jedes Menschen mit gleichem Maß zu messen.

Auf Identität zu setzen statt auf Rechte – ja, schlimmer: die Rechte des Einzelnen von seiner Identität abhängig zu machen, das ist ein gewaltiger Sprung zurück. So als hätte es die Aufklärung nicht gegeben. Aber wir leben in einem freien Land, und solange nicht Gewalt geübt oder zu ihr aufgerufen wird, können solche Gruppen ihre Bildchen aufhängen und mit Slogans nerven. Das ist der unbestreitbare Vorteil der Demokratie.

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