Prenzlau/Königs Wusterhausen. Nach mehreren wahrscheinlich rechtsextremistisch motivierten Straftaten sind am Montag weitere Fälle in der Uckermark bekannt worden. Am Sonntagabend stoppte die Polizei in Angermünde einen Zug, weil Fußballfans andere Reisende mit Äußerungen und Gesängen mit volksverhetzendem Inhalt belästigten. In Schwedt besprühten Unbekannte laut Polizeidirektion Ost in der Nacht zum Sonntag drei sogenannte „Stolpersteine“ mit schwarzer Farbe. Keine entscheidende Spur hat die Polizei bislang zu den am Wochenende gemeldeten Straftaten in Prenzlau und Königs Wusterhausen.

Rund 20 Fußballfans aus Zwickau hatten am Sonntagabend in einem Regionalexpress nach Berlin für Unruhe gesorgt. In Angermünde musste der Zug anhalten, die Polizei räumte das Abteil mit den Fußballfans. Nach einer Stunde konnte der Regionalexpress weiterfahren. Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren ein.

Weder in Prenzlau noch in Königs Wusterhausen gebe es konkrete Hinweise auf den oder die Täter, sagten Sprecher der Polizeidirektionen Ost und Süd am Montag. In der Prenzlauer Innenstadt hatten unbekannte Täter in der Nacht von Freitag auf Samstag Wohnhäuser, Geschäfte und andere Gebäude mit verfassungsfeindlichen Symbolen wie Hakenkreuzen und mit Parolen beschmiert. Es liegen mehrere Strafanzeigen vor.

Im Fokus ist hier laut Polizei eine „stadtbekannte Szene“. In Königs Wusterhausen war eine von zwei Gedenkstelen aus Glas beschädigt worden, die an das frühere KZ-Außenlager in der Stadt erinnern. Sie waren erst am 5. November offiziell der Öffentlichkeit übergeben worden. Die Tat war am Freitagnachmittag entdeckt worden. Ob es hier ein politisches Motiv gibt, ist laut Polizei aber noch unklar.(dpa)