Ein 17-Jähriger ist in Prenzlauer Berg verprügelt worden. Seine Mutter und mehrere Zeugen erschienen am Montagabend auf einem Polizeiabschnitt und erstatteten dort Anzeige.

Sonja Prinz, die Mutter des dunkelhäutigen Jungen, schreibt über die Tat auf der Internetseite des New Generation Berlin e.V., dessen Erste Vorsitzende sie ist. In dem Verein haben sich Eltern multi-ethnischer Kinder zusammengeschlossen, sie setzen sich unter anderem mit rassistisch-motivierten Vorurteilen und Angriffen auseinander.

Ihr Sohn selbst könne sich an das, was passiert ist, nicht erinnern, sagt Sonja Prinz. Nicht, wegen Alkoholkonsums auf der Party, von der sie kamen, sondern wegen des Schocks. Die Mutter schildert, wie sie anhand der Aussagen der Begleiter ihres Sohnes das Geschehen rekonstruiert habe.

Ein Streit entbrannte

Demzufolge war der 17-Jährige am Sonnabend gegen vier Uhr zusammen mit einer 18-Jährigen und einem 16-jährigen Bekannten in der Husemannstraße unterwegs. Vor einem Spätkauf seien sie auf vier Männer gestoßen. Diese hätten gefragt, was die Jungen mit dem Mädchen hier machten.

Als der 17-Jährige und seine Freunde weitergehen wollten, hob der Schilderung zufolge einer der Männer den Arm zum Hitlergruß und sagte, dass man sich so in Deutschland verabschiede.

Die Polizei wiederum teilt in ihrer Presseerklärung mit: "Der 17-Jährige soll daraufhin die Personen zur Rede gestellt haben und im Verlauf einer Diskussion einen aus der Gruppe geschlagen haben." Deshalb wird auch gegen den 17-Jährigen wegen Körperverletzung ermittelt, sagt eine Sprecherin auf Nachfrage.

Als er wegrannte, sei er von einem aus der Gruppe geschubst und dann am Boden liegend, von allen getreten worden, berichten die Zeugen. Ein Mann und eine Frau auf Fahrrädern seien vorbeigekommen. Als der Radfahrer angehalten habe, seien die Männer in Richtung Prenzlauer Allee geflüchtet.

Im Krankenhaus wurde bei dem Jugendlichen neben vieler Prellungen auch ein Schlüsselbeinbruch diagnostiziert. „Mein Sohn ist immer noch in der Klinik“, sagt Sonja Prinz.

Auf der Vereinswebseite schildert die Mutter, wie sie voller Angst zu Hause auf ihren Sohn wartete. „Ich bin kein Politiker, ich bin nur eine sehr besorgte Mutter, die mit Grauen beobachtet, wie die rassistisch motivierte Gewalt in unserer Stadt, ja soweit ich das sehen kann, in unserem Land zunimmt.“ Sie wolle, dass diese Männer, die ihren Sohn wegen seiner Hautfarbe zusammengeschlagen hätten, bestraft werden. "Ich möchte meinen Hilfeschrei so weit wie möglich senden, um auf die wachsende rassistische Gewalt in unserem Land aufmerksam zu machen!"

Inzwischen hat der Staatsschutz im Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. "Alle Zeugen werden jetzt vorgeladen zur Vernehmung, um den genauen Tatablauf zu ermitteln", sagt eine Polizeisprecherin.