Alarmiert witterte ich sofort Diskriminierung und Rassismus. In Zeiten von Cancel Culture muss man als politisch korrekter Mensch sogar beim Sonntagsschmaus wachsam sein, dachte ich aufgeregt. Tagelang ließ es mir keine Ruhe, schließlich erkundigte ich mich vorwurfsvoll beim Klößehersteller Unilever. Die Pressestelle entlarvte meine Vermutungen rasch als falsch. Sie antwortete mir, es ginge bei der Aufschrift („Claim“ genannt) um den Nachweis der Herkunft von Zutaten. Die Frage danach werde von den Verbraucherinnen und Verbrauchern überproportional häufig gestellt.

Sie legen besonderen Wert auf den ressourcenschonenden und umweltschonenden Anbau der verwendeten Kartoffeln, energiesparende kurze Anfahrtswege, ökologisch korrekte Verarbeitung. Der Deutsche Kartoffelhandelsverband ergänzte auf meine Nachfrage hin, dass die deutsche Kartoffel sogar eine besonders nachhaltige Pflanze sei. „Der Wasserverbrauch liegt bei maximal 200 Litern pro Kilo bis zur Ernte, Weizen und Spargel benötigen 1400 Liter! Darüber hinaus werden in Deutschland angebaute Kartoffeln zu nahezu hundert Prozent verwertet, Speise- und Schalenreste werden zu Tierfutter verarbeitet oder in Biogas-Anlagen genutzt.“

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