Die Großbäckerei in Neukölln wurde aus Hygienegründen geschlossen.
Foto: Eric Richard

BerlinPolizei und Bezirksamt haben am Donnerstag bei einer lebensmittelrechtlichen Kontrolle eine Groß-Bäckerei geschlossen. Nach Angaben der Behörden seien Mäuse, Schaben, Motten und Fliegen in nicht geringer Zahl in dem Betrieb gefunden wurden.

Zu den Kunden der Bäckerei gehörten auch Seniorenheime und Krankenhäuser. „Schon beim ersten Betreten strömte den Beamten ein ekelerregender Geruch nach Ammoniak entgegen, wohl ausgehend von Mäuse- und Rattenfäkalien“, so die Polizei. „Überall tummelten sich Schaben oder lagen tot auf dem Boden.

Zwangsgeldverfahren eingeleitet

Es herrschte in Teilen ein Befall von Mäusen und Ratten“, hieß es in einer Mitteilung am Donnerstagabend weiter. Einer Beamtin sei gar „eine Maus über die Schuhe“ gelaufen.  Auch „ausgelegtes Gift wurde dem Schädlingsbefall offenbar nicht mehr Herr“. Daraufhin wurde die Bäckerei  geschlossen, jetzt wird gegen den Betreiber ermittelt.

Nach Polizeiangaben wurde „durch die Lebensmittelaufsichtsbehörde Neukölln zuletzt im November 2019 Strafanzeige gestellt und im Februar 2020 ein Zwangsgeldverfahren eingeleitet“, um schon damals vorhandene „Missstände abzustellen“. Dennoch sei der Betrieb „den Auflagen nicht ausreichend nachgekommen“.

Der geschäftsführende Gesellschafter Wolfgang H. ist in Berlin kein Unbekannter. Im Frühjahr 2016 nahm er an der Kampagne „Schön wie wir“ teil, bei der es um Sauberkeit in den Straßen Neuköllns ging.