Bei einer Razzia im Umfeld eines mutmaßlichen Islamisten haben Polizisten in der Nacht zum Mittwoch vier Orte in Berlin durchsucht.

Bei dem Großeinsatz in den Bezirken Reinickendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf beschlagnahmten die Beamten Revolver, Waffenteile  und große Mengen Munition. In einer Shisha-Bar in Kreuzberg nahmen die Beamten einen 40-jährigen Deutschen türkischer Herkunft fest. Er stehe im Verdacht, dem islamistischen Umfeld anzugehören, erklärten Generalstaatsanwaltschaft und Polizei. Es habe die Besorgnis bestanden, dass die Waffen für Anschläge genutzt werden könnten.

Auf den Verdächtigen waren Ermittler des Drogendezernats des Berliner Landeskriminalamtes gekommen: Am 28. Juni hatten die Fahnder einen Rauschgiftdealer festgenommen. Bei den weiteren Ermittlungen in seinem Umfeld stellten die Ermittler fest, dass der Dealer auch Verbindungen zu dem 40-Jährigen hatte. Dabei ergaben sich Hinweise, dass dieser Mann über eine große Zahl an Waffen verfügte. Nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft wurden neben den beschlagnahmten Pistolen und Gewehren auch 20 bis 30 Kisten Munition sichergestellt.

Verdächtiger besuchte Salafisten-Moschee

Die Fahnder begannen, den 40-Jährigen und sein Umfeld verdeckt zu observieren. Sie stellten fest, dass er auch die As Sahaba-Moschee in der Weddinger Torfstraße regelmäßig besuchte. Die Moschee wird im Verfassungsschutzbericht als Treffpunkt von Salafisten aufgeführt.

In letzter Zeit stellten die Fahnder bei dem Mann eine "gesteigerte Gewaltbereitschaft" fest. Sie habe sich nicht auf eventuell geplante islamistische Anschläge bezogen, hieß es bei der Polizei. Er habe sein direktes Umfeld bedroht.

Seine Besuche einer Salafisten-Moschee, seine Aggressivität und sein Waffenbesitz veranlasste die Generalstaatsanwaltschaft jetzt, gegen den 40-Jährigen vorzugehen. Er soll noch am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden.

Der 40-Jährige ist bereits vorbestraft. Im März dieses Jahres verhängte ein Gericht gegen ihn bereits eine Bewährungsstrafe wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. In der Verhandlung gab er an, er sei von Beruf "Verkäufer".