Polizisten haben am Donnerstag in Erfurt, Berlin und Sachsen mehrere Wohnungen durchsucht. Sie nahmen sechs Männer im Alter zwischen 29 und 39 Jahren fest, darunter einen 37-Jährigen, der Mitglied des Rockerclubs „Bandidos“ ist. Ein Richter hatte zuvor Haftbefehl erlassen.

Hintergrund sind Ermittlungen wegen Landesfriedensbruchs im besonders schweren Fall und gefährlicher Körperverletzung. Am 11. September hatten 25 Männer in Erfurts Innenstadt die Betreiber eines Restaurants angegriffen. Sie lockten den 42-jährigen armenischen Inhaber und dessen zwei Söhne auf die Straße und verprügelten sie. Die teils vermummten Schläger setzten Reizgas und Elektroschocker ein.

Das Motiv des Überfalls ist unklar. „Unser Ziel ist es nun herauszufinden, inwieweit es Verbindungen zur Russisch-Eurasischen Organisierten Kriminalität armenischer Prägung gibt“, sagte der Präsident des LKA Thüringen, Frank-Michael Schwarz. Auseinandersetzungen zwischen solchen Gruppierungen schwelten schon seit Längerem, sagte eine LKA-Sprecherin. So hatte es 2014 in Erfurt eine Schießerei zwischen rivalisierenden Mafiaclans gegeben.

Laut MDR waren damals Mitglieder eines armenischen Clans aus Berlin und Leipzig beteiligt. Mit diesem arbeiten wohl auch Mitglieder des Bandidos MC zusammen, der zum Teil tief in die organisierte Kriminalität verstrickt ist.

Der in Berlin verhaftete Rocker wurde in seiner Wohnung im Süden Reinickendorfs aufgegriffen. Er stammt aus Thüringen und zog vor einiger Zeit nach Berlin. Er soll eine führende Rolle bei den Auseinandersetzungen gespielt haben. Ihm und dem 29-jährigen Organisator des Angriffs werden zudem die Einfuhr großer Mengen Drogen vorgeworfen. Sie sollen Crystal im Kilogrammbereich aus Tschechien nach Erfurt geschmuggelt und dort den Verkauf organisiert haben.